Falkenhagen (ds). Ein lauter Dreifachschuss zerriss die herbstliche Stille im beschaulichen Falkenhagen in Märkisch Oderland.

Die Lebuser Landwehr Kanoniere 1813, die Jahr für Jahr an Originalschauplätzen  der unter Konrad von der Marwitz geführten Landwehr in authentischen Uniformen auftreten, ließen die Kanone sprechen. Anlass war die Eröffnung des neuen Schulungsgebäudes der Schießanlage in Falkenhagen. Dieses war notwendig, und nach dreijähriger Planung und knapp fünfmonatiger Bauzeit nun fertig geworden. Das neue Schulhaus, welches eher einem größeren Einfamilienhaus ähnelt, hat 253.000 Euro gekostet und wurde zum großen Teil aus der Jagdabgabe nebst 20 Prozent Eigenanteil finanziert. Nun nimmt es seine Arbeit als Ausbildungs- und Schulungsgebäude auf, wodurch ein lang ersehnter Wunsch des Schützenvereins Seelow 1900 e.V. in Erfüllung geht. Groß war deshalb die Freude beim Vereinsvorsitzenden Uwe Bonack und den 104 Vereinsmitgliedern.
In Falkenhagen stehen für die Schützen eine Skeet- und Trapanlage zum Tontaubenschießen sowie fünf 25-Meter-Bahnen für Kurzwaffen, eine 50-Meter-Bahn mit laufendem Keiler und fünf 100-Meter-Bahnen mit Seilzuganlage zur Verfügung. Bisher nutzen jährlich ungefähr 4.600 Sportschützinnen, Schützen, Jägerinnen und Jäger diese Anlagen in Falkenhagen. Durch die Eröffnung des neuen Schulungsgebäudes werden es sicher mehr werden, denn den 9.600 Jägerinnen und Jägern des Landesjagdverbands steht die Anlage selbstverständlich offen.
Eröffnet wurde das neue, strahlend gelbe Schulungsgebäude durch den Brandenburgischen Landwirtschafts- und Umweltminister Jörg Vogelsänger gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden Uwe Bonack. Der Minister, der zuvor von den Jagdbläsern mit einem Ständchen begrüßt wurde, war begeistert und konstatierte, dass „hier die von Jägern zu zahlende Pflichtabgabe sehr sinnvoll eingesetzt wurde“. „Mit dem neuen Gebäude wird die Anlage noch attraktiver und den Jägern werden hier beste Trainingsbedingungen angeboten“, so der Minister. „Außerdem“, so fügte der Umweltminister hinzu, „wird durch gut ausgebildete Jäger auch aktiver Tierschutz durch verantwortungsbewusstes Töten betrieben“. Gejagte Tiere werden ziel- und fachgerecht erlegt, ohne unnötig leiden zu müssen.
Der nächste Schritt soll ein Jagdsimulator sein, um die Ausbildung von Jägerinnen und Jägern mit technischen Mitteln voranzutreiben. Ein durch die Firma Dasch aufgebauter Simulator gab einen Vorgeschmack, und entsprechend lang war auch die Schlange derjenigen, die das Schießkino ausprobieren wollten.
Durch die bewährten Anlagen und das neue Schulungsgebäude, eingebettet in der malerischen Umgebung Falkenhagens, reichen sich Ausbildung und Erholung die Hand.