Ostbrandenburg (eb/geh).  Thomas Deharde feilt an einem Informations- und Qualitätsmanagement für das Radwegenetz der Mark.

Mit mehr als 7.000 Kilometern ausgeschilderten Radfernwegen und zahllosen regionalen Radwegen verfügt Brandenburg über eines der größten Radwegenetze. Nirgends in Deutschland ist zudem der Anteil an Radtagesausflüglern und Radurlaubern so hoch wie in der Mark. Jeder vierte der 12 Millionen Übernachtungsgäste und 92 Millionen Tagesausflügler nutzt jährlich während des Brandenburgaufenthalts dieses Fortbewegungsmittel, wie der erste Fahrradbericht des Landes vermerkt. Ein Viertel des gesamttouristischen Jahresumsatzes Brandenburgs, so die Studie, wird auf den Radrouten und Radfernwegen erwirtschaftet, insgesamt zirka 850 Millionen Euro.
Kein Wunder also, dass Brandenburg besonderen Wert auf den Erhalt dieser Radwegeinfrastruktur legt. Ein landesweites Qualitätsmanagement nach gemeinsamen Standards spielt dabei eine große Rolle. Hier wird nun der Landestourismusverband aktiv. Mit Thomas Deharde hat Brandenburg einen Radwege-Optimierer auf Landesebene. Der erfahrene Projektmanager, Softwarespezialist und ausgebildete Pädagoge entwickelt seit Oktober ein Konzept für ein Informations- und Qualitätsmanagement für das Radwegenetz von Brandenburg. Das Projekt, getragen vom Landestourismusverband Brandenburg (LTV), wurde erst durch die Initiative und den Einsatz der touristischen Regional- und Landesorganisationen und die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums möglich.
In Zusammenarbeit mit Peter Krause, Kostja Gosau und Beatrice Kluzikowski aus der LTV-Geschäftsstelle hat Thomas Deharde nun drei Jahre Zeit für die Ausarbeitung des Konzeptes. „Mein Ziel ist es, am Ende ein für alle Ebenen zugängliches Qualitätserfassungssystem zu entwerfen, welches vor allem von den so genannten Baulastträgern vor Ort einfach bedient werden und auch von Radfahrern vor Ort mit gefüttert werden kann, ohne komplizierte Excel-Tabellen“, so Thomas Deharde. „Auch eine App für die Radfahrer kann ich mir gut vorstellen, welche Informationen über Routen, Sehenswürdigkeiten, Gastronomie, Umleitungen und Fahrbahnbeschaffenheiten liefert.“ Zentral dabei: die möglichst einfache Integration aller bisherigen Qualitätserfassungssysteme.
Das Projekt des LTV hat drei Anliegen: Die Entwicklung eines einfachen, kostengünstigen und landesweiten Portals zur Qualitätserfassung für alle Radwegverantwortlichen, die Erarbeitung von einheitlichen Qualitätsstandards und eine zentrale online-basierte Information der Radtouristen über alle Radwege in Brandenburg ergänzt um touristische Informationen. Zum Glück muss Brandenburg hier das Rad nicht neu erfinden. In anderen Bundesländern gibt es bereits gute Ansätze und auch im Ausland - etwa in den Niederlanden - kann sich der LTV-Mann umsehen. Dennoch erfordert eine optimale Lösung noch ein gehöriges Stück Arbeit. „Wir sind sehr froh, dass dieses wichtige Projekt jetzt endlich losgeht“, freut sich Peter Krause, Geschäftsführer des LTV. „Wir haben ja lange für das Projekt geworben, und mit Thomas Deharde haben wir einen kompetenten Mann dafür gefunden.“
Derzeit ist Deharde dabei, den Status quo zu erfassen. Mit Hilfe einer Online-Umfrage werden landesweit Verantwortliche für die Radwege, die Art der Zustandsüberwachung und die konkrete Ausgestaltung der aktuellen Datenerfassung ermittelt. Parallel dazu recherchiert Brandenburgs Radwege-Optimierer alle bereits existierenden Radweg-Monitoringsysteme.
Über den LTV Brandenburg: Der Landestourismusverband Brandenburg (LTV) ist ein Zusammenschluss aus touristischen Regional- und Fachverbänden und agiert als Interessenvertretung, Lobbyorganisation, „Sprachrohr”, Informationspool sowie Dialog-Plattform für den Tourismus in Brandenburg. In enger Zusammenarbeit mit der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB) und regionalen Tourismusorganisationen, deren Dachverband er zugleich ist, fördert der LTV mit allen in der Branche Tätigen die weitere Expansion des Tourismus in Brandenburg. Er unterstützt die Entwicklung touristischer Produkte und hilft bei der Realisierung von Tourismus-Projekten. Der Verband berät die Landesregierung, Behörden und Verbände. Zudem fördert er Verständigung und Zusammenarbeit im internationalen Tourismus.