Eisenhüttenstadt (hn). Ein angeblich geplanter Anschlag auf das Stadtfest erwies sich als nicht nachweisbar.

In den Mittagsstunden drangen SEK-Leute in die Wohnung von Norman Sch. in der Eisenhüttenstädter Poststraße ein, weil der Polizei die Information zugespielt wurde, dass sich darin Sprengstoff befinden soll. Der Einsatz eines zum Auffinden von Sprengstoff ausgebildeten Hundes blieb erfolglos, so dass der Anfangsverdacht nicht bestätigt werden konnte. Weiteres soll die polizeiliche Befragung ergeben.
Norman Sch., der tatsächlich zum Islam konvertiert ist, wurde unterstellt, den betreffenden Anschlag geplant zu haben. Nachbarn kennen ihn als freundlichen und zurückhaltenden jungen Mann, der des Öfteren seinen Gebetsteppich auf einer Parkbank vor seinem Wohnhaus ausbreitet und betet. Er habe auch die Nachbarn nicht gestört, keine laute Musik gehört oder laut gebetet. „Hin und wieder hielt hier auch ein Auto, dem ein südländisch aussehender junger Mann entstieg”, berichtet eine Nachbarin. „Sie begrüßten sich auf islamische Weise und redeten.”
Polizeisprecher Ingo Heese erklärt: „Im Moment gibt es keinen einzigen Hinweis darauf, dass ein Anschlag auf das Stadtfest geplant worden ist. Es wurde lediglich Pyrotechnik in ganz kleinen Mengen gefunden”. Dennoch werde überlegt, welche Sicherheitsanforderungen wegen der jüngsten Ereignisse neu zu stellen sind.
Einen islamistischen Hintergrund konnte Heese nach den gegenwärtigen Erkenntnissen ausschließen. Nun müsse allen Meldungen und Gerüchten nachgegangen werden.
Jedenfalls, so Nachbarn werde man zum Stadtfest gehen, sich nicht beeinflussen lassen. Simone F.: „Überall, wo Feste stattfinden kann etwas passieren, aber man sollte nicht mit einem beklemmenden Gefühl hingehen”.