Frankfurt (Oder). Der ehemalige OderlandSpiegel-Mitarbeiter Uwe Meier ist neuer Pressesprecher der Stadtverwaltung. Georg Langer befragte Robert Abel von der Ossi-Company Anzeigenzeitungen GmbH & Co. KG zu diesem Thema.

Georg Langer: Herr Abel, unter welchen Umständen lernten Sie Uwe Meier kennen?

Robert Abel: Ich lernte Herrn Meier im Rahmen meiner Beratertätigkeit für die Geschäftsführung des Ossi Druck in Brandenburg und der Ossi-Company in Burg bei Magdeburg kennen. Die Firmengründerin Irmtraut Ossowski, die übrigens auch den OderlandSpiegel aus der Taufe gehoben hat, hielt es für eine gute Idee, einen Gesprächstermin zwischen Uwe Meier und mir zu arrangieren, um mir das Wesentliche des Anzeigenblattgeschäftes vom erfahrenen Zeitungsmacher Uwe Meier erklären zu lassen. Die Begegnung fand in Hamburg in einem nichtssagenden Betonzweckbau statt, wo sich eine Meier Medien GmbH oder so ähnlich in einige Räume eingemietet hatte. Hier öffnete sich eine Tür zu einem völlig überdimensionalen Büro, in dem auf der gegenüberliegenden Seite ein Schreibtisch mit einem Besucherstühlchen davor platziert war. Auf dem Weg zu diesem Schreibtisch hatte ich lange Zeit, das Szenario in seiner ganzen Skurrilität zu erfassen. Meier saß am Schreibtisch und an der Wand hinter ihm hing exakt über seinem Sitz ein Ritterschwert von beachtlicher Größe, senkrecht mit der Spitze nach unten zeigend. Der Schreibtisch war fast leer. Sein Gesichtsausdruck unter diesem Schwert erschien mir gemimt, auf eine irre Weise geschauspielert und führte in Verbindung mit dieser Reichskanzleiatmosphäre zu meiner ersten Bewertung dieser Figur. In meinem Kopf bildete sich der Terminus „Hanswurst“. Diesen ersten Eindruck konnte auch das folgende Gespräch nicht wettmachen, in dem der Mann unter dem Schwert sich als weltläufigen Verleger zu präsentieren suchte, der von Erfolg zu Erfolg eilt und dessen Ideen der Welt Dinge bescherten, auf die diese so lange gewartet hatte. Er belegte keine seiner Behauptungen mit konkreten Zahlen aus der Buchhaltung oder Bilanzen, bekam aber beim Schwabulieren offensichtlich Hunger und kam auf die Idee, mich mit seiner Ehefrau in ein Steakhouse mitzunehmen, wo bei einem guten Essen seine Selbstbeweihräucherung neue Höhepunkte erreichte. Interessant war schließlich, mitzuerleben, wie der Unternehmer nebst Gattin für das Begleichen der Rechnung auf meine Brieftasche angewiesen waren, hatten sie die ihren doch jeder im Vertrauen auf den Partner dummerweise nicht mitgenommen. Ich weiß noch, wie ich auf der Fahrt nachhause immer wieder überlegte, wer diesem Blender wirklich auf den Leim gehen könnte.

Welchen Eindruck hatten Sie von seiner Persönlichkeit und seiner Arbeit?


Der persönliche Eindruck hat sich nie wesentlich geändert, auch nicht Ende 2014, als ich wegen des plötzlichen Todes der Firmengründerin von ihrem Nachfolger Mike Ossowski mit verschiedenen Aufgaben in der Unternehmenslenkung betraut wurde. Meier spielte immer weiter diese Kunstfigur, die er sich irgendwann ausgedacht hatte, er spielte Verleger, Unternehmer und genialen Redakteur in Tateinheit. Wurde nicht müde davon zu erzählen, dass er schon so viele Redaktionen aufgebaut hätte und dass er die wirtschaftlichen Perspektiven voraussehen könnte, wie kein anderer. Meier ist in Geschäftsdingen ein Mann des gesprochenen Wortes, er fürchtet sich geradezu davor, Verabredungen schriftlich festzuhalten. So ist es einfach, sich nicht an Abmachungen erinnern zu müssen, Ziele können jederzeit umformuliert werden und ob er sich an gegebene Versprechen halten würde, ist nie vorher abzusehen. Seine Arbeitsweise ist chaotisch und immer zumindest zu einem großen Teil der Frage untergeordnet, wie einzelne Schritte sich auf sein Bild bei anderen Menschen auswirken. Sein Talent ist das Schreiben an sich. Er schreibt frisch und oft unterhaltsam, das kann er wirklich gut. Dies wäre an sich eine gute Eigenschaft, die er aber in seiner Zeit beim OderlandSpiegel gerade zwischen 2014 und 2016 bis zu seiner Entlassung mehrfach missbrauchte, um seine persönliche Meinung außerhalb von Kommentaren zu verbreiten.

Was waren die Gründe für Uwe Meiers Entlassung beim OderlandSpiegel?


Seine Unfähigkeit, mit einem Budget umzugehen und eine BWA zu interpretieren. Seine Bereitschaft, auch mal bei der Konkurrenz abzuschreiben, wenn er keine Lust hatte, selbst ordentlich zu recherchieren - was zu einer Unterlassungsklage durch einen Mitbewerber und finanziellem Schaden führte. Seine Attitüde, sich ständig selbst als Geschäftsführer zu präsentieren und auch bei Geschäftspartnern vorzustellen, obwohl er nur ein so genannter „Geschäftsleiter“ war, ein Titel, den sich die Geschäftsführerin Irmtraut Ossowski für den überlegte, der ihre Entscheidungen verkünden und ihre Ausführung kontrollieren sollte. Als sich nun abzeichnete, dass Meier nicht fähig war, Projekte zu entwickeln und sich an jedwede Vorgaben zu halten, blieb kein anderer Ausweg, als ihn 2016 zu feuern.

Halten Sie Herrn Meier geeignet für den Posten des Pressesprechers der Frankfurter Stadtverwaltung?

Definitiv nein. Da muss jemand sitzen, der fähig ist, die Auswirkungen von Aussagen richtig einzuschätzen, jemand der den Willen zur absoluten Transparenz hat. Das ist keine Arbeit für einen Günstling, der froh sein muss, dass er unterkommt, obwohl er selbst genau weiß, dass er keine der geforderten Qualifikationen erfüllt. Sehen Sie mal genau hin, ich schätze den Amtsinhaber so ein: Projektarbeit nein, Vorgaben erfüllen nein, hier soll er sogar Vorgaben erarbeiten, dreimal nein. Erfahrung mit Medien als Äquivalent zu einem Hochschulstudium? Wenn aus der Erfahrung gelernt wurde und sich das Gelernte in der eigenen Arbeit widerspiegelt. Also nein. Und last but not least: Der Pressesprecher sollte es mit der Wahrheit genau nehmen.