Seelow (ds). Zu seinem Jahresempfang hat der Landkreis Märkisch-Oderland vorige Woche eingeladen.

Viele Vertreter aus Wirtschaft, Politik, der Kirche sowie aus Polen und Russland waren der Einladung ins Kreiskulturhaus gefolgt. Nachdem die Kreistagsvorsitzende Dr. Sibylle Bock alle Anwesenden begrüßt hatte, spielten die Nachwuchskünstler der Musikschule die „Kleine Suite” für vier Violinen.
Landrat Gernot Schmidt zeichnete ein positives Bild des vergangenen Jahres. Er beschrieb die Bewältigung der Flüchtlingssituation, die „im Landkreis Märkisch-Oderland sehr gut umgesetzt wurde”. Gleichwohl forderte Schmidt von der Politik bessere Rahmenbedingungen, um Flüchtlinge auch in der Zukunft gut integrieren zu können. Mit dem Kant-Zitat „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen” wollte der Landrat erklären, dass es auf jeden einzelnen ankommt, um weiter erfolgreich zu sein.
Der Landkreis Märkisch-Oderland, so Schmidt, habe im Land Brandenburg eine hervorragende Stellung, die nicht zuletzt durch einen soliden Finanzhaushalt sichergestellt werde. Obwohl Bewährtes nicht über Bord geworfen werden soll, dürfe der Fortschritt nicht vernachlässigt werden. Gernot Schmidt kündigte an, sich in diesem Jahr den Sorgenkindern zuwenden zu wollen. Dazu zählt er den unbefriedigenden Zustand von Ostbahn und Breitbandnetz für schnelles Internet und die Verteidigung der ländlichen Kultur.
Auch Staatssekretär Martin Gorholt, Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund und Beauftragter für internationale Beziehungen ergriff das Wort. Er sprach über die Arbeit als Landesvermittler. Gorholt wies darauf hin, dass künftige Entscheidungen des Bundesrates auch das Land Brandenburg und somit den Landkreis Märkisch-Oderland beträfen. Durch die hohen Netzentgelte durch die Windkraft sei Brandenburg das Bundesland mit den höchsten Stromrechnungen. Hier seien gerechte Ausgleiche zu schaffen, forderte der Staatssekretär.
Für ihre langjährige Arbeit in der freiwilligen Feuerwehr wurden Willi Rossow und Klaus-Peter Püschel mit der großen Ehrenmedaille des Landkreises Märkisch-Oderland ausgezeichnet. Und die Stiftung Oderbruch ehrte Handballtrainer Manfred Zickert für sein inzwischen fünfzig Jahre andauerndes Engagement. Aus seiner Schmiede seien Handballnationalspieler hervorgegangen.
Das 90-minütige Programm des Jahresempfangs wurde zwischendurch mit Rezitationen von Christian Steyer aufgelockert. Seinen Abschluss fand der offizielle Teil klassisch mit der Gavotte aus „Huit Morcaeaux” Opus 39.