Märkisch-Oderland (eb/geh). Der Bündnisgrüne Jan Sommer kritisiert die Zunahme an antibiotikaresistenten Keimen im Geflügelfleisch.

Aus der Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der bündnisgrünen Bundestagsfraktion geht hervor, dass Hähnchen- und Putenfleisch häufig mit multiresistenten Keimen belastet sind. Während beim Hähnchenfleisch in jeder zehnten Probe entsprechende Keime nachgewiesen wurden, war beim Putenfleisch sogar jede zweite Probe betroffen. Multiresistente Keime (MRSA-Keime), gegen die Antibiotika wirkungslos sind, können in Krankenhäusern beispielsweise Infektionen auslösen. Betroffen davon sind vor allem Risikopatienten wie ältere Menschen oder Neugeborene. Jährlich sterben 700.000 Menschen weltweit an Folgen von Antibiotika-Resistenzen. Zu den aktuellen Zahlen erklärt Jan Sommer: „Der systematische Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung muss ein Ende haben”. Das Problem in der agrarindustriellen Tierproduktion bestehe darin, dass die Tiere auf engstem Raum eingepfercht seien und somit Krankheiten und Resistenzen vorprogrammiert sind. „Ich will eine artgerechte Tierhaltung, in der das Verabreichen von Antibiotika nicht zum System gehört, sondern in klar definierten Ausnahmefällen gestattet ist”, so Sommer. Das Bundeslandwirtschaftsministerium habe in den vergangenen vier Jahren bei der Verhinderung der weiteren Verbreitung von MRSA-Keimen versagt. Zwar sei die mengenmäßige Verabreichung von Antibiotika rückläufig, dafür wären wesentlich wirksamere Präparate dazu gekommen. Sommer: „Wir brauchen tiergerechte Haltungsformen statt weitere Megaställe. Wir Grüne setzen uns für einen konsequenten Umbau der Tierhaltung ein.“