Eisenhüttenstadt (hn). Für so manche Irritation sorgen zurzeit Diskussionen um die Zukunft der Stadtbibliothek.

Sorgen um deren Schließung machen sich Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. In der Stadtverordnetenversammlung verschafften sie sich Gehör.
„Wir haben 466 Unterschriften für den Erhalt gesammelt und stehen mit vollen Herzen für die Bibliothek”, sagte Schülersprecherin Leocadia-Marell Schandert. Artikel in den Medien hätten sie schockiert. Was, wenn die Bibliothek geschlossen wird?
Dass sich das Ganze nicht so verhält, wie die Informationen angekommen sind, wollen Holger Wachsmann und Frank Balzer aus der SPD-Fraktion richtig gestellt wissen: Trotz des derzeit ausgeglichenen Haushalts der Stadt gehen sie davon aus, dass dieser langfristig wieder gefährdet werden könnte. Bereits im Jahr 2013 wurde diskutiert, mit den Beständen der Bibliothek in eine andere Immobilie umzuziehen, was eine Einsparung an Miet- und Betriebskosten in Höhe von 170.800 Euro nach sich ziehen sollte.
In einem Gutachten wurde jedoch vorgeschlagen, die Fläche der Bibliothek zu reduzieren, indem der Mietvertrag für die obere Etage gekündigt wird. Auf diesen Vorschlag ging der Vermieter jedoch nicht ein, sondern erklärte sich bereit, die Kaltmiete für beide Etagen zu halbieren, bei einer Weiterführung des Mietvertrages bis zum Jahr 2022.
Der Kurs gehe nun dahin, dass ab 2017 die Zuschüsse für die Stadtbibliothek bis zum Jahr 2019 schrittweise auf 400.000 Euro jährlich reduziert werden. Dabei ist vorgesehen, den Medienbestand zu kürzen und Personalkonzept sowie Entgeltordnung zu überarbeiten. Gleichzeitig werden Möglichkeiten untersucht, die Bibliothek auf der halben Mietfläche unterzubringen, was ab dem 1. Januar 2022 Realität werden soll.