Groß Lindow (hn). Zum 43. Mal trafen sich die Lindower Karnevalisten auf dem Kirchplatz zu ihrem Umzug durch das Dorf, allen voran der EKO-Spielmannszug mit zünftiger Marschmusik.

„Wir marschieren zirka drei Stunden durch Ober- und Unterlindow und treffen gegen 15 Uhr in der ehemaligen Lindenquelle ein, wo bis gegen 17 Uhr der Kinderkarneval stattfindet”, sagte Vereinsvorsitzender Uwe Kersten. Unter dem Motto „Freche Augen, roter Mund, beim Lindower Karneval knutscht man sich wund!” begann dann die Abendveranstaltung mit vielen tollen Programmeinlagen der Kinderfunken- und Funkengarde, der Asphaltcowboys und ABBA. Es wurden Besuche im Dschungel, im Himmel und in der Hölle abgestattet. Sketche und eine Büttenrede rundeten das kunterbunte Programm ab.
Doch bevor es soweit war, bestiegen das Prinzenpaar Alicia und Ronny gemeinsam mit dem Kinderprinzenpaar Merle und Sören die Prinzenkutsche für die Fahrt durch den Ort, die oftmals für einen kleinen Imbiss mit heißen und geistigen Getränken, den die Anwohner bereit stellten, unterbrochen wurde. Mit im Tross waren die Funken- und Kinderfunkengarde, der Kienstubbenverein mit einem symbolischen Treidelkahn, der anlässlich des 350-jährigen Bestehens des Friedrich-Wilhelm-Kanals gestaltet wurde. Die Kien-Ladys baten in ihre Rentner-WG, und ein fahrbarer Saloon begleitete die Cowboys und Westernmädels. Jüngster im Zuge war der vier Monate alte Oscar Berger, friedlich schlafend im Kinderwagen.
Zum ersten Halt lud Familie Rückriem ein, mit Kaffee, Würstchen und Quarkkeulchen. Ein paar Häuser weiter hatte Familie Patzelt ihren Tisch aufgebaut, darauf viel Süßes und köstliche Buletten. Ingrid Patzelt, mit 86 Jahren ältestes Kienweib, hatte viel zu erzählen über die alten Zeiten, als die Männer, der Not gehorchend, zu Kiendieben wurden und so manches Mal im Spritzenhaus übernachten mussten.
In der Ernst-Thälmann-Straße hatten sich wieder die Familien Gramenz, Zeuscher, Klust und Lorenz zusammen getan und einen gemeinsamen Imbisshalt aufgebaut. Auch sie sind seit Anbeginn der Karnevalsumzüge dabei, spendierten Pfannkuchen, Schmalzstullen, Gewürzgurken, Kaffee und Kinderpunsch. Dabei strahlte eine zum Wärmeofen mit aufgesetztem Tresen umgebaute Blechtonne wohlige Wärme ab.
Nun bereiten sich die Lindower Karnevalisten auf den Höhepunkt der Saison, die Karnevalswerkstatt der „Glorreichen 7”, die am 10. März 2018 stattfindet, vor.