Frankfurt/Oder (ds). Am Klinikum Frankfurt (Oder) wurde die von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin-Brandenburg (KVBB) betriebene Bereitschaftspraxis eröffnet.

Die Bereitschaftspraxis ist offen, wenn die Haus- oder Facharztpraxis geschlossen ist. Die Bereitschaftspraxis ist für Patienten gedacht, die zwar Beschwerden haben, aber nicht lebensbedrohlich erkrankt sind. Damit soll die Notaufnahme im Klinikum erheblich entlastet werden, was dringend notwendig sei, so der ärztliche Direktor des Klinikums, Dr. Thomas Funk. Er sagt: „Die Rettungsstelle ist eine High-Tech-Intensivstation, wo Husten und Schnupfen nicht hingehören.“ Zwar werden diese leichten Erkrankungen ernst genommen, aber zukünftig in der neuen Bereitschaftspraxis behandelt.
Patienten, die medizinisch versorgt werden mussten, deren Hausarzt nicht erreichbar war und die beim Facharzt ewig auf einen Termin warten mussten, hatten in ihrer Verzweiflung keine Alternative zur Notaufnahme. Was der Patient als Notfall definiert, ist - medizinisch gesehen - nicht unbedingt einer. Die Folge: überfüllte Notaufnahmen und mitunter lange Wartezeiten. Patienten werden in der Notaufnahme nicht der Reihe nach dran genommen, sondern nach Schwere ihrer Erkrankung. Damit ist jetzt Schluss.
In der Bereitschaftspraxis wird kompetent abgewogen, ob es sich um einen Ernstfall handelt. Ist das der Fall, erfolgt die unverzügliche Verweisung in die Notaufnahme. Der kurze Weg - die Bereitschaftspraxis befindet sich direkt neben der Notaufnahme im Haus 6 des Klinikums - ist hier ein klarer Vorteil für Patienten.
Wer aus der Region Frankfurt (Oder) außerhalb der üblichen Sprechzeiten die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116-117 anruft, wird bei Bedarf in die ärztliche Bereitschaftspraxis geschickt. „Die neue ärztliche Bereitschaftspraxis ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Patienten und ergänzt die ambulante Betreuung durch die niedergelassenen Ärzte“ so Dipl. Med. Andreas Schwark, stellvertretender Vorsitzender der KVBB. Die Bereitschaftsnummer 116-117 ist montags, dienstags und donnerstags von 19 bis 7 Uhr, mittwochs und freitags von 13 bis 7 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags durchgehend erreichbar. Ziel sei es aber, diese Leitung in absehbarer Zeit rund um die Uhr offen zu halten.
Die Praxis ist Montag, Dienstag und Donnerstag von 19 bis 22 Uhr, Mittwoch und Freitag von 13 bis 22 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Zu diesen Zeiten ist immer mindestens ein Bereitschaftsarzt zugegen. Damit wird nun auch der durch die Abschaffung der Kinderarztbereitschaft entstandenen Lücke entgegengewirkt. Mirko Papenfuß, Geschäftsführer des Frankfurter Klinikums: „Ziel ist es, die Bereitschaftspraxis in den nächsten zwei Jahren zu erweitern.“