Frankfurt/Oder (eb/daf). Die Verantwortlichen des Kleist-Museums rufen gemeinsam mit dem Oberbürgermeister, Dr. Martin Wilke, zur Spendenaktion „Ein Stück Kleist” auf.
 
„Ein Stück Kleist” beinhaltet den Schlussteil eines Briefes, den Heinrich von Kleist im März 1803 aus Leipzig an seine Schwester Ulrike schrieb und der über 100 Jahre als verschollen galt. Sieben Zeilen mit Unterschrift wurden einst von Ulrike von Kleist abgeschnitten und verschenkt. Jetzt tauchte der Briefabschnitt wieder auf und wurde über das österreichische Auktionshaus Inlibris zum Verkauf angeboten. Diesen „fröhlichen und schwungvollen Kleist”, wie ihn Dr. Hannah Lotte Lund beschrieb, möchte das Kleist-Museum zurückholen. Für den Erwerb des Autographs wurde dem Kleist-Museum von der Kulturstiftung der Länder und dem Land Brandenburg, genauer gesagt dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur je ein Drittel der Kaufsumme in Aussicht gestellt, wenn das Museum das letzte Drittel eigenständig aufbringen kann. Die Kaufsumme beträgt dabei insgesamt 35.000 Euro. Um den Wunsch realisieren zu können sammelt das Kleist-Museum nun Spenden. Kleist-Freunde in Frankfurt oder auch bundesweit können helfen, indem sie mit ihrer Spende „Pate” für einzelne Wörter, Zeichen oder Zahlen des Briefabschnitts werden können. Mit dem Kauf einzelner oder mehrerer Zeichen im Wert von 35 oder Wörter im Wert von 50 bis 150 Euro erhalten Spender vom Museum ein Faksimile (Nachbildung) des Briefabschnitts inklusive Umschrift im Passepartout (Rahmen) und natürlich eine Spendenbescheinigung.
Den Startschuss zur Sammelaktion gab der Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke selbst. Er war zudem von der Schrift des Briefes beeindruckt. „Man kann es sehr schwer lesen, aber es sieht sehr harmonisch und stabil aus”, so das Stadtoberhaupt. Darüberhinaus entschloss er sich gemeinsam im Namen seiner Frau und Tochter ein Wort des Abschnitts zu erwerben und damit Pate zu werden. „Wir kaufen jetzt einfach den Heinrich”, berichtete der Verwaltungschef entschlossen. Somit ist die Unterschrift des Briefabschnitts von Heinrich von Kleist bereits belegt. Dr. Hannah Lotte Lund kaufte sich das Wort „Freude”, während Christina Dalchau, für den Bereich Museumspädagogik tätig, das Wort „Leipzig” erwarb.
Zu den regulären Öffnungszeiten des Museums, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, können die übrigen Wörter und Satzzeichen erworben oder unter der 03 35-38 72 21 30 verbindlich reserviert werden.