Frankfurt/Oder (gla). Das Goldene Buch der Stadt ist um zwei Einträge reicher.

Jetzt verewigten sich der Komponist Gottfried Glöckner und dessen Frau, die Dichterin Helga Glöckner-Neubert darin. Vorgeschlagen wurden die Künstler, die von 1975 bis 2015 in der Oderstadt lebten, von der Singakademie, der Musikgesellschaft und ihrer Tochter Jana Richter-Glöckner. Gottfried Glöckner gehörte zu den bedeutendsten Komponisten Frankfurts in der Nachkriegszeit. Das Aufleben der Musikkultur in den siebziger Jahren in Verbindung mit der Entstehung der Konzerthalle „Carl Philipp Emanuel Bach“ ist mit seinem Namen und Schaffen verbunden.
Die Uraufführung des von ihm komponierten und von Helga Glöckner-Neubert gedichteten  Poems „Seid den Kindern zugetan“ am 3. März 1981 im Rahmen der Musikfesttage durch den Knabenchor Poznan unter der Leitung von Professor Jerzy Kurczewski in der Konzerthalle erfuhr eine grenzüberschreitend positive Resonanz. In der Folge wurde das Werk mehrfach in Polen und in vier weiteren europäischen Ländern aufgeführt, auf Wunsch Kurczewskis innerhalb Polens ausschließlich in deutscher Sprache. Gegenstand des Poems ist das Gedenken an die polnischen Kinder, die Opfer faschistischer Verbrechen wurden. Mit den gespendeten Geldern wurde später ein Kinderkrankenhaus bei Warschau gebaut. Ein weiteres gemeinsames Werk ist die Kantate „Stadt, an der das Herz hängt“, die anlässlich der 725-Jahr-Feier Frankfurts im Jahr 1978 entstand. Im Mittelpunkt des Stücks steht das Lebensgefühl der Frankfurter in der polnischen Nachbarschaft.
Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke würdigte das Schaffen des Künstlerpaars als für die „Stadt der Musik und der Kultur“ prägend bis in die Gegenwart: „Die Kunst hat Sie zusammen- und anschließend nach Frankfurt (Oder) geführt. Ihre Arbeiten sind ein Glücksfall für unsere Stadt. Ihr Erbe wird auch für die Zukunft wachgehalten.“