Frankfurt/Oder (gla). Vorigen Sonntag erinnerten Frankfurter an gefallene Eisenbahner.

1.535 Eisenbahner aus den Direktionsbezirken Danzig, Posen und Bromberg fielen im Ersten Weltkrieg und bei Grenzkämpfen im Jahr 1919. Ihnen zum Gedenken wurden am Eisenbahnerdenkmal Kränze und provisorische Tafeln mit den alten Inschriften angebracht. Anlass war das Ende des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren. Die Opfer dieses Konflikts werden häufig von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Regimes überschattet, findet Oberbürgermeister René Wilke. „Wer den Zweiten Weltkrieg verstehen will, wer die Hintergründe verstehen will, der muss den Ersten Weltkrieg verstehen“, so René Wilke, der zu Fuß auf den Kiliansberg gekommen war, um einen Kranz der Stadtverwaltung am Denkmal zu befestigen.
Frank Nachtigall von der Bürgerinitiative Eisenbahnerdenkmal warnte davor, Geschichtsverfälschung zu betreiben, wie das Ausradieren der Inschriften des 1932 errichteten Denkmals nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit Jahren bemüht sich die von Mitgliedern der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ins Leben gerufene Initiative um die Wiederherstellung der Inschriften und Sanierung des Denkmals.
Mit Hilfe des Stadtarchivs und des historischen Vereins gelang es, den Wortlaut durch Auswertung alter Fotos zu rekonstruieren. An der Nordseite stand „1535 Eisenbahner aus den drei Direktionsbezirken Bromberg Danzig Posen fielen im Weltkrieg 1914 - 1918 und 1919 in den Grenzkämpfen“, an der Südseite „Errichtet in schwerster Notzeit von den Eisenbahnvereinen im Direktionsbezirk Osten 1932“. 2015 reichte die Bürgerinitiative den Antrag und 2017 den vollständigen Sanierungsplan bei der unteren Denkmalschutzbehörde ein.
Die Behörde reagierte laut Angabe der Initiative mit immer neuen Auflagen und Argumenten gegen das Projekt. Im Februar 2018 schaltete sich der damalige Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke ein und sagte die denkmalrechtliche Genehmigung zu. Zurzeit ist die Restaurierung in der Planungsphase.