Neuzelle (hn). Wie es ist, wenn Gevatter Tod anklopft, können Besucherinnen und Besucher der diesjährigen Operninszenierung „Jedermann - ein Musical vom Sterbenlernen” auf unterhaltsame Weise erfahren.

Als Vorlage dient Hugo von Hoffmannsthals Theaterstück „Jedermann. Das Spiel vom Sterben eines reichen Mannes”. In der Bearbeitung schufen Peter Lund (Text) und Wolfgang Böhmer (Musik) daraus im Jahr 2014 eine Rockoper. Nun konnte Böhmer gewonnen werden, die Musik passend zum Jubiläum des Klosters Neuzelle umzuschreiben, so dass sie das Konzept des Jubiläums bedient.
Seit der Inszenierung im Jahr 1991 ist die Sparkasse Oder-Spree Hauptsponsor der Veranstaltung und hat dafür insgesamt über 228.000 Euro zur Verfügung gestellt, davon allein in diesem Jahr 15.500. „Das ist für uns sehr erfreulich“, sagte Walter Ederer von der Stiftung Stift Neuzelle und verwies darauf, dass zirka 40 Prozent der Kosten aus dem Verkauf von Eintrittskarten gedeckt werden können, was in der Kulturszene ziemlich einmalig sein dürfte. Dass es keinesfalls normal sei, Veranstaltungen wie die Oper zu unterstützen, betonte Sparkassen-Vorstand Veit Kalinke. Ihm sei auch wichtig, jungen Leuten die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren und ihnen den Weg auf die Bühne zu ebnen. Er wünschte dem Team unter Regisseur und Ausstattungsleiter Rainer Holzapfel viel Erfolg und betonte, dass der Vorverkauf bereits bestens läuft.
Mit im Boot der Unterstützer ist das Kulturamt des Landkreises Oder-Spree. Dessen Leiter Arnold Bischinger bezeichnete das Format Oper Oder-Spree als Kulturmeilenstein und bedankte sich bei den Medienpartnern für die Unterstützung. Unter der Schirmherrschaft des Kulturamtes findet auch in diesem Jahr wieder ein Opernkurs zur Vorbereitung junger Künstler auf ihre Bühnenkarriere statt.
Regisseur Rainer Holzapfel, ein Freund von Wolfgang Böhmer, zeigte sich erfreut darüber, dass das Stück an einem Ort aufgeführt wird, der inhaltlich zum Thema passt und dass der Komponist sich darauf einließ, die Musikvorlage zur Oper umzuschreiben. Unter der These „Es ist der Tod, der das Leben bestimmt, und der Tod ist das Nichts“ geht es um die Sinnhaftigkeit des Lebens. Jedermann hat im Leben Prüfungen zu absolvieren, der Tod aber ist die letzte.