Seelow (daf). MOL-Landrat Gernot Schmidt und Kreistagsvorsitzende Dr. Sibylle Bock hatten zum Neujahrsempfang ins Kreiskulturhaus Seelow eingeladen.

Unter den zahlreichen Gästen fanden sich viele Akteure aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft wieder. Neben dem Landrat des Landkreises Oder-Spree, Rolf Lindemann und Frankfurts  Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke begrüßte Dr. Sibylle Bock auch die ehemaligen Landräte Manfred Zalenga, Dr. Albert Lipfert und den ersten Landrat aus Märkisch-Oderland überhaupt, Gunter Fritsch. Dieser hatte im Folgenden als Ehrengast die wertvolle Aufgabe, eine Rede vorzutragen. Der Fokus des Neujahrsempfangs lag auf dem 25. Jahrestag des Landkreises Märkisch-Oderland, der 2018 noch groß gefeiert werden soll.
Der Landrat, Gernot Schmidt, griff in seiner Ansprache unter anderem die Streiterei in der Großen Koalition und das Ende der Kreisgebietsreform auf. Mit der Absage dieser von Anfang an umstrittenen Umgestaltung würden eigene Anstrengungsmöglichkeiten für Themenfelder frei werden. So wolle der Landrat „den neuen Wind in Berlin aufnehmen”, um Investitionen für Infrastruktur, wie die Erneuerung des öffentlichen Personennahverkehrs zu nutzen. Ebenso der Ausbau der Schullandschaft, besonders das Projekt in Neuenhagen werde eine thematische Unterstützung erfahren.
„Und ich wehre mich vehement gegen den Begriff der Zweiklassenmedizin. Wer ihn verwendet, verkennt die Realität in unseren Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren”, sagte Gernot Schmidt in Bezug auf die medizinische Versorgung. Als Ausblick gab er bekannt, dass es in diesem Jahr eine neue Form der Bürgerbeteiligung in der regionalen Planungsgemeinschaft geben wird.
Welches Wort der Landrat in dem Vertragstext des Koalitionsvertrags vermisste, war - Unternehmer. „Menschen, die Unternehmungen wagen, die Risiken auf sich nehmen, die Arbeitsplätze schaffen und die am Ende Deutschland zu dem Land machen, das ist es. Wenn schon nicht im Koalitionsvertrag, dann wenigstens auf unserem Jahresempfang”, so Gernot Schmidt weiter.
„Regionen sind nun einmal in Deutschland die Keimzelle des Wesens unseres Volkes. Wir lassen uns von denen auch Heimat nicht kaputt machen”, platzierte der Landrat einen Seitenhieb in Richtung Bund und AfD.
Im Folgenden hielt Gunter Fritsch als Ehrengast eine Rede, in der er auf seine eigene Landratzeit zurückblickte. Unter anderem erinnerte er sich an die gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr bei der Oderflut von 1997. Zum Schluss hielt Fritsch ein Plädoyer auf das Oderbruch: „Es ist eine fruchtende Gegend”, womit er Bezug auf die steigende Einwocherzahl seit seinem Amtsantitt nahm. Außerdem halte er Märkisch-Oderland für ein Land zum Leben.
Nach der Rede von Gunter Fritsch wurde dann zunächst der Sportfreund Frank Zellerer ausgezeichnet. Er unterstützt die Sektionen Fußball und Billard nicht nur finanziell, er sorgt mit seiner Hausverwaltungs-Firma auch für den Erhalt des Sportplatzes. Aufgrund seines Einsatzes konnte der Falkenberger Sportverein „Theodor Fontane”, in dem Zellerer Mitglied ist, ein neues Billardzentrum bauen. Nach dieser Auszeichnung wurden weitere Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler, die sich im Bereich Pflege engagieren, geehrt. Bevor die Auserwählten jedoch die Bühne betraten, wurde zum Dank für ihre Hilfe und Unterstützung ein Film gezeigt, der ihre Arbeit präsentierte.
Zwischen den Reden und Ehrungen gab es auch musikalische Momente, wie von Wim Jonas und Finja Marelle Niemand am Klavier und dem Gesang von Isabel Elkner, die von Dirk Heilbronner ebenfalls am Klavier begleitet wurde.
Nach dem offiziellen Teil lud Landrat Gernot Schmidt die Gäste dann zum Sektempfang ein und öffnete anschließend das Buffet.