Potsdam (eb/gla). Der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Gliese nahm an einer nicht genehmigten Demonstration teil.

Um gegen von Wölfen verursachte Schäden zu protestieren, sammelte sich eine Handvoll Landwirte vor dem Landtag. Andreas Gliese, Sprecher für Landwirtschaftspolitik  der Brandenburger CDU-Fraktion, stellte sich an ihre Seite, um seine Unterstützung für die Nutztierhalter deutlich zu machen. Adressat ihres Protests ist die Landesregierung.
Die Bauern brachten ein angeblich von einem Wolf gerissenes Kalb mit. Daraufhin stoppte die Polizei die Demonstranten wegen Verstoßes gegen die Versammlungsfreiheit und das Tierkörperbeseitigungsgesetz. Da die Bauern angekündigt hatten, tote Kälber mitzubringen, war die Demonstration bereits im Vorfeld untersagt worden. Das hinzugerufene Ordnungsamt half der Polizei bei der Beseitigung des Tierkadavers. Gegen einen der fünf protestierenden Landwirte wurde Strafanzeige erstattet.
Die Demonstranten forderten die Einführung so genannter Schutzjagden. Dabei würde abhängig von der Wolfspopulation eine jährliche Abschussquote festgelegt. Nach aktuellem Kenntnisstand leben im gesamten Land Brandenburg 21 Wolfsrudel und zwei Wolfspärchen. Die Brandenburger Wolfsverordnung sieht bereits den Abschuss von Problemwölfen, die Nutztiere gerissen haben, durch befugtes Personal vor. Landwirte werden für durch die Raubtiere entstandenen Verluste entschädigt.
Der Brandenburger CDU reicht das nicht. „Das Verfahren zur Entnahme von Problemwölfen ist zu starr und viel zu langwierig“, sagt Dieter Dombrowski, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Der Bauernbund Brandenburg hatte Wolfgang Kubickis Anwaltskanzlei mit einem Gutachten zum Thema Notwehrtötungen beauftragt. „Der Schutz für den Wolf hat einen sehr hohen Stellenwert und rechtfertigt keine Notwehr bei Tieren, die leicht zu ersetzen sind“, erklärt Strafrechtler Wolfgang Kubicki. „Anderes gilt jedoch für Tiere von besonderem Wert.“