(Treppeln/hn).  Trübes Wetter und hohe Luftfeuchtigkeit bei einem Grad Celsius hielt die Treppelner nicht davon ab, sich zum traditionellen Zamperzug durch ihr Dorf zu treffen.

Am Freitagabend läuteten sie die Fastnacht mit Tanz und Spaß in der Dorfgaststätte ein. Die Männer trafen sich in der Gaststätte, die Frauen an einem anderen Ort, wo sie von den Männern mit Musik abgeholt wurden. So erfolgte der gemeinsame Einmarsch der Fastnachtspaare.
Wer am nächsten Morgen wieder fit war, traf sich um 9 Uhr am gleichen Ort, um unter Führung der Schlaubetaler Dorfmusikanten durch das Dorf zu ziehen, gut bewirtet und reichlich mit Spenden für die Kreschke am darauf folgenden Samstag bedacht zu werden.
„Bei uns gibt es ein über hundertjährige Fastnachtstradition”, sagte Ronny Gander, „außer in den Kriegsjahren gab es keine Unterbrechung, und meine Urgroßeltern waren bereits dabei.” Nun hat der Heimatverein die Rolle des Organisators der Kultur im Dorf übernommen, sehr erfolgreich wie an den Teilnehmerzahlen beim Zampern zu sehen war.
„Viele Leute im Dorf bereiten eine Suppe, Glühwein, Pizza oder einen Imbiss vor”, so Gander weiter, „damit werden die Zamperer dann bewirtet.” Diese schöne Tradition sei über viele Jahre entstanden, die Zamperer wissen inzwischen, wo es was gibt und können sich mit ihrem Hunger darauf einstellen.
Familie Höpfner zum Beispiel, empfing die bunte Truppe mit einem üppig beladenen Esstisch im kuschelig warm beheizten Partyraum, wo langsam die feuchte Kälte aus der Kleidung entweichen konnte.
So zwischen 30 und 40 Leute waren im Zamperzug, der bis in die Abendstunden andauern sollte, dabei. Wer dann noch konnte, traf sich bei Köhlers, um mit noch ein paar Bier den Tag ausklingen zu lassen.
270387 war die Häftlingsnummer auf dem Kostüm von Manfred Zwicker, Vorsitzender des Heimatvereins und „so ganz nebenbei” Ortsvorsteher, der sich „immer überall ran drängelt” wo was zu machen ist. „Wir bringen Treppeln wieder nach vorne - da wo es hin gehört”, ist sein Slogan, bei dem er auf die Gemeinschaft setzt, ebenso wie auf das Lachen, was die Deutschen wenig können sollen. Aber in so einem kleinen Dorf ist alles anders, und es macht Spaß.