Eisenhüttenstadt (hn) „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein” war das aus dem Alten Testament der Bibel entlehnte Motto des 11. Eisenhüttenstädter Friedensforums am Weltfriedenstag.

Vor Beginn der Veranstaltung trafen sich die Teilnehmer am Obelisken auf dem Platz des Gedenkens, um des 79. Jahrestages des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen zu gedenken. „Dieser Tag soll erinnern, mahnen und motivieren, ein solches Verbrechen nie mehr zuzulassen”, sagte die Leiterin des Eisenhüttenstädter Friedenshauses Mechthild Tschierschky.
Wenig später eröffnete sie im Roten Café das Forum, nahm sie, die aus der Kirche ausgetretene, Stellung zum Thema, indem sie erklärte, es genüge nicht, sich allein um das Essen zu sorgen. Es gehe darum, allen die Möglichkeit zu geben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, was aber kaum mit Hartz IV und Niedriglohn möglich sei. Es wäre notwendig, für mehr Bildung und Kultur zu sorgen, wozu auch gehöre, sich mit den zehn Gesetzestafeln zu beschäftigen: Du sollst nicht töten, Du sollst nicht stehlen, Du sollst nicht falsch Zeugnis reden, Du sollst den Feiertag heiligen, seien hier als Beispiele genannt. Moses soll diese Regeln aufgeschrieben haben, um den Menschen eine Richtung für ihr Leben zu geben, Gebote, die sich auch in unseren Gesetzen wiederfinden: alle Menschen sind gleich, Töten ist ein schweres Verbrechen, und der Mensch soll auch einmal innehalten, Pause machen, sich mit Freunden treffen.
Dann übernahm Dr. Ilona Weser die Moderation und gab das Wort weiter an Corinna Birke, Lateinlehrerin aus Neubrandenburg, die ihren Vortrag den Themen Staat, pflichtgemäßes Handeln und der Gesetzes(un)treue von Beamten widmete. Mit dem Cicero-Zitat „Es ist also der Staat eine Sache des Volkes, das Volk aber ist nicht jede irgendwie zusammengescharte Vereinigung von Menschen, sondern das Zusammengehen von vielen Menschen, verbunden durch die Übereinkunft in Hinsicht auf das Recht, und die Gemeinschaft in Hinsicht auf den Nutzen” leitete sie den Exkurs in die antike Demokratiegeschichte ein, die davon ausging, dass der Bürger und seine Interessen im Staat den Vorrang vor allem anderen haben.
Heilpraktiker Sven Quentzel berichtete nicht nur über die Heilwirkungen am Wegesrand stehender Kräuter, sondern unternahm ebenfalls einen Ausflug in die Geschichte der Naturheilkunde.
Dr. Jörg Mernitz informierte in einem Diavortrag über über seine Reisen in kaukasische Konfliktzonen und die Frankfurter Malerin Rosemarie Güttler stellte eine ihrer gegenwärtigen Arbeiten vor.