Frankfurt/Oder (gla). Über 300 Menschen demonstrierten letztes Wochenende gegen einen Aufmarsch von fast 100 Neonazis.

Es begann kurz nach eins am Bahnhofsberg. Dort hielt Markus Fett vom Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“ eine emotionale Rede gegen Rassismus. Er sagte Neonazis dürften nur zwei Optionen haben: „Mit ihrer Ideologie zu brechen, oder vereinsamen“. Dann zogen etwa 150 Menschen in einer antifaschistischen Straßenparade mit Musik durch die Innenstadt. An der Slubicer Straße schlossen sie sich der dortigen Kundgebung gegen rechte Gewalt an. Mehrere Redner, darunter Frankfurts Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke und Slubices stellvertretender Bürgermeister Roman Sieminski riefen dabei zu Zivilcourage auf und kritisierten die Motive der fremdenfeindlichen Gruppe, die sich auf der rechten Seite der Stadtbrücke unter der schwarz-weiß-roten Reichsflagge versammelt hatte. „Dafür ist Slubice und Frankfurt (Oder) der falsche Ort, um sich zu treffen“, sagte Dr. Martin Wilke. Roman Sieminski nannte die Zusammenarbeit der beiden Oderstädte ein Vorbild für Europa. „Liebe Einwohner, zusammen werden wir gewinnen“, sagte er. Beide ernteten viel Beifall aus dem Publikum, das sich aus allen Schichten und Altersgruppen der Bevölkerung zusammensetzte. Unterdessen initiierten linke Jugendliche eine spontane Sitzblockade. Viele von ihnen trugen Einhornmützen, denn das Motto ihrer Aktion lautete „Kein Hufbreit den Faschisten“. Viele ältere Menschen trugen Schilder mit der Aufschrift: „Frankfurt Oder bleibt nazifrei. Die besorgten Mütter und Väter der Stadt“. Syrische Zuwanderer sorgten mit Tanz und Trommelmusik für Stimmung. Ein junger Frankfurter verteilte belegte Brote.
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