Frankfurt/Oder (gla). Die Handwerkskammer bekommt einen Mercedes zu Schulungszwecken.

Uwe Franz, Geschäftsführer der FGM Automobil GmbH, übergab den Autoschlüssel an den Präsidenten der Frankfurter Handwerkskammer Wolf-Harald Krüger. Der Personenkraftwagen des Modells S63 AMG Cabrio soll den Lehrlingen der Handwerkskammer in Hennickendorf als Schulungs- und Demonstrationsfahrzeug dienen.
Hendrik Fischer, Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, richtete ein Grußwort an die Vertreter der Handwerkskammer und des Autohauses. Er bezeichnete das Projekt als ein „gutes Beispiel dafür, wie die Handwerkskammer in Frankfurt (Oder) mit dem Thema Ausbildung umgeht“. „Wo kann man besser eine praktische Ausbildung machen als sozusagen am lebenden Objekt?“ Das Fahrzeug muss nach sieben Jahren Gebrauch in den Schulungs- und Weiterbildungswerkstätten an die Daimler AG zurückgegeben und dort verschrottet werden. Bis dahin soll es „mithelfen, dass wir auch weiterhin in Ostbrandenburg gut ausgebildete Fachkräfte haben“, sagte der Staatssekretär.
In die Ausbildungswerkstätten des Bildungszentrums der Handwerkskammer in Hennickendorf wurden in den vergangenen Jahren über zwei Millionen Euro investiert. Im Jahr 2013 flossen 550.000 Euro in die Kraftfahrzeugwerkstätten, und im Jahr 2017 weitere 539.600 Euro. Davon trugen der Bund sechzig Prozent und das Land fünfzehn Prozent. Der Eigenanteil der Kammer betrug 25 Prozent. Das bedeute, die Mitgliedsbeiträge der Handwerkskammer werden gut angelegt, sagte Wolf-Harald Krüger. Die Investition sichere das hohe technische Niveau in der Ausstattung. Diese müsse sich parallel zu den technischen Entwicklungen der Branche weiterentwickeln. Das sei Voraussetzung für eine qualitativ gute Lehre im Fahrzeughandwerk. Deshalb hofft Krüger auch auf das Sponsoring von Elektroautos zur Erweiterung der Ausbildungsflotte. Krüger habe „persönlich von Mercedes nicht allzuviel über Elektroautos gehört“, sei aber optimistisch, dass der Hersteller an der Entwicklung arbeitet.
Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) hatte die FGM Automobil GmbH als Kammermitglied angesprochen und darum gebeten, ein Schulungsfahrzeug zu vermitteln. Das Autohaus wandte sich an die Daimler AG und erhielt zwei Jahre später die ersehnte Antwort mit dem Zusatz „aber Sie müssen es innerhalb von sieben Tagen abholen, sonst müssen wir Standgebühren zahlen“.
Dass ein Auto mit einem sechsstelligen Marktpreis gespendet wurde, überraschte die Handwerkskammer in Frankfurt (Oder), teilte deren Pressereferent Michael Thieme telefonisch mit. Die Handwerkskammer schätze sich glücklich darüber, denn in letzter Zeit nehme das Sponsoring von Schulungsfahrzeugen bei allen Marken ab, so Thieme. Die FGM Automobil GmbH unterstützt die Handwerkskammer auch, indem sie Praktikumsplätze und Lehrstellen anbietet, sagte Michael Thieme.
Zurzeit absolvieren in Ostbrandenburg 323 junge Leute eine Lehre zum Kraftfahrzeugmechatroniker und auch zur Kraftfahrzeugmechatronikerin.