Neuzelle (hn). Die 750-Jahr-Feier des Klosters Neuzelle wirft ihre Schatten voraus. Am Dienstag traf sich das Brandenburger Kabinett auf Einladung katholischer Würdenträger hier zu einer gemeinsamen Sitzung.

Von Seiten der katholischen Kirche nahmen Wolfgang Ipolt, Bischof des Bistums Görlitz und Heiner Koch, Erzbischof des Erzbistums Berlin, am Treffen teil. „Dieses Jubiläum zeigt, wie reich die Brandenburger Geschichte ist”, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke. „Wir wollen drüber reden, wie sich dieses gesamte Ensemble in den letzten Jahren entwickelt hat.” Das Land habe dabei viel Unterstützung gegeben, zum Beispiel bei der Sanierung der Bausubstanz und der Einrichtung des Himmlischen Theaters.
Mit Vertretern der katholischen Kirche wurde nun beraten, wie die künftige Arbeit weitergehen soll. Gemeinsam wollen Land und Kirche dafür sorgen, dass die wieder einziehenden Mönche gute Bedingungen vorfinden. Dafür werde das ehemalige Kanzleigebäude renoviert. Alles zusammen soll die Region touristisch noch attraktiver machen, zeigen, dass die barocke Pracht nicht nur in Bayern zuhause ist. „Dies ist die bayerischste Kirche, die in Brandenburg steht”, so der Ministerpräsident. Er habe vor, Horst Seehofer mal hierher einzuladen. Woidke: „Er wird ziemlich staunen”.
Hinsichtlich der Zukunft der Lausitz stand auch der Strukturentwicklungsplan auf der Tagesordnung der Ministerrunde. Die Kirchen hätten das Land diesbezüglich massiv unterstützt, besonders in Fragen der Zusammenarbeit im sozialen Bereich, im Betrieb von Schulen und Kindergärten sowie in der Gesundheitsversorgung der Menschen, besonders der Altenpflege. Doch auch die evangelische Kirche leistet Hervorragendes, hob der Landeschef hervor. Nun werden die Rahmenbedingungen für die nächsten Jahren abgesteckt.
In der Mittagspause führte Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der Stiftung Stift Neuzelle, die Gäste durch die Klosteranlage, wobei Bischof Iplot den Part der Kirchenführung übernahm. Beeindruckt zeigten sich die Ministerinnen und Minister vom Himmlischen Theater, das unterhalb des Weinberges seine Heimstatt fand.
„Wir hatten heute eine sehr lange Tagesordnung”, fasste Ministerpräsident Woidke zusammen. Zu den Wichtigsten gehörten die weitere Gestaltung der Pflege, Fragen der Bildung, die durch die katholische Kirche geleistet wird und die Herausforderungen im Gesundheitswesen insgesamt. Aber auch Probleme der Landesplanung und des öffentlichen Nahverkehrs wurden erörtert, ebenso wie der Staatsvertrag mit der Kirche.
Erzbischof Koch bestätigte die sehr guten Kontakte zur Brandenburger Landesregierung und die erfolgreiche Zusammenarbeit im Flüchtlings-, Sozial- und Bildungsbereich. Dafür bedankte er sich und stellte fest, dass die Beziehungen „nicht nur irgendwie hoch gehalten”, sondern qualitativ weiter entwickelt werden sollen. Ihn bewege aber auch die Sorge um die ländlichen Gebiete mit ihren langen Wegen und den dadurch entstehenden Schwierigkeiten. Hier seien neue Ideen zur Förderung des Lebensraumes gefragt.
Bischof Ipolt bezeichnete die Neuzeller Begegnung zwischen Landesregierung und Kirche als schöne Erfahrung und würdigte die Arbeit der Stiftung in der Vorbereitung und Durchführung des Festjahres, das unter das Motto „Dem Himmel nah” gestellt wurde.