Potsdam/Brieskow-Finkenheerd (geh). Mit dem „Band für Mut und Verständigung” wurde auch Lars Wendland aus Brieskow-Finkenheerd für sein ehrenamtlichen Engagement gegen rassistische Gewalt und für eine interkulturelle Verständigung   geehrt.

„Die Ausgezeichneten geben ihre Zeit, ihre Kraft und oft uch ihre finanziellen Ressourcen, um Anderen in Not beizustehen. Sie setzen sich dafür ein, dass Menschen anderer Kultur bei uns in Brandenburg gut aufgenommen und nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung gesehen werden”, betonte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke in seiner Laudaton anlässlich der Ehrung in der Potsdamer Staatskanzlei.
Lars Wendland ist Bundespolizist, Kommunalpolitiker und Gewerkschaftsmitglied. „Er leistet trotz Einschüchterungsversuchen aus dem rechten politischen Spektrum einen entscheidenden Beitrag zur Integration dreier geflüchteter Familien aus Syrien in Brieskow-Finkenheerd”, heißt es in einer Pressemitteilung aus der Staatskanzlei Potsdam.
Durch seine prägenden Erfahrungen in der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden mit der „Sea Watch” e.V. im Mittelmeer baute Wendland ein Vertrauensverhältnis zu den Geflüchteten in seinem Ort auf und schaffte es dadurch, anderen die Erfahrungen der geflüchteten Menschen näher zu bringen.
„Toleranz un der Einsatz für ein friedliches Miteinander haben in Brandenburg Tradition”, sagte der Ministerpräsident bei der Preisverleihung. „Ich bin froh, dass es in unserem Land viele Initiativen und mutige Menschen gibt, die sich dafür stark machen.” Deshalb sei das „Bündnis für Brandenburg” ins Leben gerufen worden. Darin versammeln sich Menschen, die, laut Woidke, „mit Offenheit und Toleranz den Willkommensgedanken weitertragen“ und durch ihre Aktionen anderen helfen, in der Gesellschaft gut anzukommen und Fuß zu fassen.
Auch die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Berlin-Brandenburg (DGB), Doro Zinke, ließ es sich nicht nehmen, das Wort zu ergreifen: „Dass nationalistische Kundgebungen Zulauf bekommen und Gewalt gegen Flüchtlinge in Berlin und Brandenburg wächst, erschreckt mich.” Zinke verstehe sich als eine besorgte Bürgerin, die sich über die Verrohung der Sitten in der Gesellschaft Gedanken mache. „Rechte Gruppierungen versuchen, diese Verrohung als normal durchzusetzen. Solidarität und Respekt vor der Würde jedes Menchen - das ist Thema der Stunde.” Doro Zinke würdigte in ihrer Ansprache, dass der geehrte sich dafür in seinem Umfeld engagiere. Indem er anderen beistehe, die aus ihrer Heimat fliehen mussten und neu in die Region gekommen sind. Indem er versucht „Vorurteile abzubauen und vot Ort Gesicht zu zeigen”.
Das „Band für Mut und Verständigung” wird seit 1993 vom Bündnis für Mut und Verständigung verliehen, das der DGB nach den gealtsamen Übergriffen auf Ausländer Anfang der 1990er Jahre initiiert hatte. Dem Bündnis gehören neben Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke unter anderem der Flüchtlingsrats Berlin, die großen Wohlfahrtsverbände, die evangelische und die katholische Kirche und die Jüdische Gemeinde zu Berlin an.
Für die Gestaltung des Rahmenprogramms der diesjährigen Ehrung, die auch Mitgliedern des netzwerks Demokratie und Menschlichkeit in Zossen zuteil wurde, hatte Woidke knapp 2.800 Euro aus Lottomitteln zur Verfügung gestellt. Im Vorfeld waren dafür zwei Kurzfilme über die Preisträgerinnen und Preisträger gedreht worden.