Eisenhüttenstadt (hn). Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke besuchte im Rahmen seiner „ZukunftsTour Jugend” das Albert-Schweitzer-Gymnasium.

Er wollte sich erkundigen, wie die künftigen Abiturienten auf das Leben nach dem Schulabschluss vorbereitet werden, denn schwierig sei die Wahl aus zirka 18.000 Studienmöglichkeiten.
In der Vergangenheit gab es immer wieder eine Vielzahl von Studienabbrüchen und Umorientierungen, die nicht nur unnötig Zeit kosten, sondern auch enorme Nachteile für die Wirtschaft bringen, weil dringend benötigte Fachkräfte nicht oder nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen.
Nun beschäftigt die Landesregierung die Frage, wie die Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen der weiteren Ausbildung vorbereitet werden, damit der Übergang zur Hochschule oder Universität möglichst problemlos geschafft wird.
Nach einem Rundgang durch einen Teil der Schule in Begleitung von Schulleiter Roland Görlitz sowie einem kurzen Besuch im Musikkabinett traf sich der Ministerpräsident mit Schülerinnen und Schülern der 9. bis 11. Klassen, um aus ihrem Munde zu hören, welche Erfahrungen sie bei Betriebspraktika und im Prozess der beruflichen Orientierung gemacht haben.
„Ich bin hier, um von Ihnen zu lernen, was wir in der Politik besser machen müssen”, so Woidke mit Verweis auf bestehende Probleme. Mit Interesse nahm er die Erlebnisse der jungen Leute auf, die die ganze Bandbreite von eher nicht so gut bis ganz toll umfassten. Schwierig sei es, an bestimmte Praktika heran zu kommen. Viele Unternehmen nähmen keine Praktikanten auf. Und dort, wo es keine richtige Einweisung in die Tätigkeit des Unternehmens gibt, sondern Praktikanten für Hilfsarbeiten eingesetzt werden, sei der Effekt eher niedrig.
Einstimmig schätzten die Schülerinnen und Schüler die Unterstützung für die Suche nach dem richtigen Beruf von Seiten der Schule als gut ein. Während die Einen sich während der Praktika in ihrem Berufswunsch bestätigt sahen, orientierten sich andere um, was Woidke mit den Worten: „Auch zu erfahren, was man nicht will, ist ein Weg, den richtigen Beruf zu finden” kommentierte.
Sehr konkrete Vorstellungen zu ihrem künftigen Beruf hatten Hanna Radt, die Pädagogin und Friederike Tietz, die Oberstufenlehrerin werden wollen. Tara Bensch schwankt noch zwischen einem Studium der Seefahrt und Architektur, und die jungen Männer zieht es eher zur Technik.
Zum Schluss des Gesprächs übergaben die Gymnasiasten dem Ministerpräsidenten einen Brief an den Bildungsminister, darin die Bitte, bezüglich der neuen Ausbildungsverordnung zu prüfen, ob es notwendig ist, den Brandenburger Schülern fünf Leistungskurse aufzubürden, während die Berliner nur zwei zu absolvieren hätten. Woidke versprach, dieses Thema mit seinem Kollegen Günter Baaske zu erörtern, verwies aber auch darauf, dass der Besuch eines Gymnasiums dazu diene, sich ein breites Allgemeinwissen anzueignen.