Frankfurt/Oder (eb/geh). Mit der Preisverleihung des 22. „Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker“ sind die Kleist-Festtage eröffnet worden.

In diesem Jahr ging die renommierte Auszeichnung an Franziska vom Heede, Jahrgang 1991, die den Preis für ihr Stück „Tod für eins achtzig Geld - Verwertungsprinzipien/Überlebensstrategien” erhielt. Die Preisträgerin und die Laudatorin Kathrin Röggla steckten aufgrund des Sturms Xavier in Berlin fest. Die Laudatio der österreichischen Schriftstellerin konnte das Publikum trotzdem hören - am Telefon, aus dem Taxi im Verkehrschaos in Berlin. So etwas gab es bei der Verleihung des Kleist-Förderpreises noch nie und wird dem Publikum sicher lange in Erinnerung bleiben. Frankfurts Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke überreichte den Preis an Franziska vom Heedes Mutter, die aus Hamburg anreiste.
Nach der Preisverleihung war auf der Hinterbühne des Kleist Forums die Uraufführungsinszenierung, produziert vom Schauspiel Hannover unter der Regie von Nick Hartnagel zu sehen. Das Publikum konnte sich auf der Hinterbühne frei zwischen verschieden Spielorten bewegen. Seit 1996 vergeben die Stadt Frankfurt (Oder), das Kleist Forum, die Ruhrfestspiele Recklinghausen und die Dramaturgische Gesellschaft jährlich den Kleist-Förderpreis. Der mit 7.500 Euro dotierte Preis gilt als Wegbereiter vieler, mittlerweile international renommierter Autorinnen und Autoren. Neben dem Preisgeld erfahren die Preisträgerinnen und Preisträger vor allem durch die Uraufführungsgarantie des ausgezeichneten Stücks eine größtmögliche Förderung.
In der Jury-Begründung hieß es: Phantasievoll und überraschend setzt sich Franziska vom Heede in ihrem Stück mit Verwertungsprinzipien und Überlebensstrategien auseinander. Ihr gelingt es, mit splitterhaften Szenen, die kaleidoskopartig ineinander greifen, eine ganz eigenartige Welt zu schaffen - skurril und ernsthaft zugleich. In den teilweise absurden, großen Sprachbildern spielt ein Supermarkt die zentrale Rolle als Parabel einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft.