Ostbrandenburg (eb/geh). Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat der neu gewählte Oder-Spree-Landrat Rolf Lindemann mit Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger eine Vereinbarung über die Gewährung einer Erlegungsprämie für zusätzlich erlegtes Schwarzwild unterschrieben.

Berechnungsgrundlage für die „Übererfüllung“ der Jagdstrecke ist die Streckenmeldung je Jagdbezirk für das Jagdjahr 2015/2016. Jagdjahre beginnen beziehungsweise enden jeweils am 31. März beziehungsweise am 1. April. Streckenmeldungen erfassen auch tot aufgefundene beziehungsweise durch Unfälle getötete Tiere. Für jedes Stück Schwarzwild, das über die Meldung des Referenzjahres 2015/2016 hinaus im jeweiligen Jagdbezirk erlegt wird, können die Jagdpächter eine Erlegungsprämie in Höhe von 20 Euro beantragen. Die Erlegungsprämie wird zunächst für drei Jahre gewährt. In diesem Zeitrahmen wird zu prüfen sein, ob auf diesem Wege eine Steigerung der Schwarzwildstrecke zu erreichen ist.
Gleichlautende Vereinbarungen sollen mit den Landkreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Spree-Neiße sowie für die Städte Frankfurt (Oder) und Cottbus abgeschlossen werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind die in dieser Gebietskulisse gelegenen Verwaltungsjagdbezirke der Länder und des Bundes.
Mit der freiwilligen Zahlung einer Prämie will das Land zum Erhalt der Hochwasserschutzanlagen einen zusätzlichen Anreiz schaffen, um die hohen Schwarzwildbestände im Land zu reduzieren. Obwohl die Jagdstrecke in diesem Bereich seit Jahren hoch ist, bleiben die Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen, aber insbesondere auch an den Hochwasserschutzanlagen an Oder und Neiße, ebenfalls auf hohem Niveau. Auch mit Blick auf die in Teilen Osteuropas bereits nachgewiesene Afrikanische Schweinepest steigt der Handlungsdruck.