Liebe Leser, sehr geehrte Geschäftspartner,

gerade halten Sie die letzte Ausgabe des „Der OderlandSpiegel“ in der Hand. Noch einmal können Sie lesen, was los ist in der Region, wo ein Baby geboren wurde und wer gestorben ist. So, wie Sie es in den vergangenen gut 25 Jahren vom OderlandSpiegel gewohnt waren.
Wochenlang haben wir – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihrer Heimatzeitung – gekämpft. Fast täglich erhielten wir aufmunternde Worte von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Per Brief, Karte oder E-Mail wollten Sie uns Mut machen. Jeder zweite Anruf von Werbeinteressierten endete mit der Bitte: „Haltet durch.“ Dafür sagen wir danke. Auch, wenn es am Ende nicht gereicht hat.
Dabei sah es viele Jahre so gut aus. Der OderlandSpiegel ist bis zum Schluss eine feste Größe in der ostbrandenburgischen Zeitungslandschaft gewesen. Wer hier arbeitet, wollte nicht nur Texte schreiben, nicht nur Anzeigen verkaufen oder nicht nur Bilder bearbeiten. Wir alle wollten gemeinsam Zeitung machen. Und das ist uns auch stets gelungen - egal wie hart uns die äußeren Einflüsse getroffen haben. Zusammen waren wir „Der OderlandSpiegel“. Und gern wären wir dies auch noch lange geblieben.
Kürzlich hat uns ein Mensch, der sich in der Branche auskennt, als Schnellboot bezeichnet, wohingegen die anderen auf dem hiesigen Zeitungsmarkt lediglich Raddampfer wären. Das ist ein schönes Kompliment. Leider hat uns der Raddampfer an die Kaimauer gedrängt und uns das Herzblut, mit dem wir unsere Arbeit gemacht haben, genommen. Wir müssen aufgeben.
Das ist bitter und macht uns traurig. Besonders deshalb, weil ein Weitermachen durchaus möglich gewesen wäre. Wir hätten nur einen Mutigen gebraucht, der künftig an uns und unser Können glaubt. Und auch ein wenig Interesse der hoch gepriesenen Frankfurter Wirtschaftsförderung, die immerhin knapp 300 Arbeitsplätze für die Region zu erhalten, hätte nicht geschadet. Jetzt ist es leider zu spät.
Alle, mit denen wir ein Vierteljahrhundert lang zusammen gearbeitet haben, danken wir von ganzem Herzen. Ihre Anregungen, Lobe und auch die Kritik waren uns immer wichtig und trugen am Ende zur Erfolgsgeschichte „Der OderlandSpiegel“ bei. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir darin eine Rolle übernehmen durften.

Herzlichst, Katja Gehring

im Namen von  
Mathias Ewest, Sabine
Karge, Tini Stange, Georg Langer, Nadine und Toni Fuhrmann, Sandra Kleiner, Dieter Schlakat, Sven Müller, Marina Hübler, Martina Suckow, Jörg Groeblehner und Karola Kawalla