Storkow (eb/daf/geh). Im Alten- und Pflegeheim Karlslust ist es zu einer Häufung von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes gekommen.

Die Erkrankung ist inzwischen als lokal beschränkter Ausbruch einer Infektionserkrankung mit Salmonellen identifiziert worden. Die Symptome sind erstmals am Dienstag, dem 26. Juni 2018 aufgetreten. Beim Gesundheitsamt des Landkreises Oder-Spree in Beeskow ging am Samstag, dem 30. Juni 2018 dann eine erste Meldung per Fax ein, ehe sich Ulla Mulalic, Geschäftsführerin des Altenpflegeheims in Karlslust zwei Tage später am Montag, dem 2. Juli 2018 noch einmal telefonisch mit weiteren Erkrankungsfällen meldete.
Insgesamt sind in drei Wochen 27 Personen erkrankt. Dabei handelt es sich um 22 Bewohnerinnen und Bewohner des Altenpflegeheims und fünf Pflegekräfte. Bei neun Personen wurden Salmonellen nachgewiesen, acht davon gehören zu den an einer Salmonellose Erkrankten. Sieben Personen wurden während dieser Tage stationär aufgenommen, von diesen konnten bereits vier wieder entlassen werden. Ein Patient wurde kurzzeitig intensivmedizinisch behandelt; er ist inzwischen auf dem Weg der Besserung. Ein Zusammenhang seiner Erkran-kung mit dem Auftreten der Salmonellen konnte medizinisch inzwischen sicher ausgeschlossen werden. Eine Frau im Alter von 89 Jahren und ein Mann im Alter von 82 Jahren sind am 10. und 11. Juli auch aufgrund schwerer Vorer-krankungen verstorben. Die ersten Ermittlungen zur Ursache wurden direkt nach dem Anruf von Ulla Mulalic vorgenommen. Der Leiter des Gesundheitsamts, Rutker Stellke verdeutlichte jedoch, dass die Herkunft schwierig zu identifizieren sei. Als Hauptmaßnahme gilt es, Stuhl-proben von Bewohnern und Mitarbeitern zu entnehmen. Da es sich um eine „lebensmittelassoziierte Infektion” handele, wie Rutker Stellke sagte, standen Rohwürste in Verdacht. Diese seien in den Jahren 2007 und 2012 Ursache  für ähnliche in Deutschland aufgetretene Fälle gewesen.
Neben dem Gesundheitsamt begleitet auch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt die Bemühungen um Identifizie-rung der Infektionsquelle. Aktuelle Proben fielen allerdings negativ aus. Auch im gesamten Küchenfeld und bei der Küchen-hygiene konnten die Expertinnen dieses für Lebensmittel zuständigen Amtes nichts finden. Als weiterer Hinweis, weshalb die Anste-ckungsgefahr nicht aus der Küche kommt, wurde angegeben, dass das gleiche Essen beispielsweise auch an eine Kita in Storkow geliefert wird. Dort ist niemand erkrankt.
Dennoch wurde eine komplette Neuausstattung von Lebensmitteln angeordnet, die die Infektion verursachen könnten. Weiterhin wurden Isolations- und Barrieremaßnahmen in der Einrichtung sowie zusätzliche Desinfektionsmaßnahmen angeordnet. So darf die Speiseversorgung nur noch auf den Zimmern erfolgen und das Küchenpersonal die Stationen nicht mehr betreten. Darüber hinaus werden die Laboruntersuchungen zum Nachweis von Salmonellose intensiviert und Tests veranlasst, die ein schnelleres Ergebnis liefern.
Ulla Mulalic macht die Situation sehr betroffen. „Da ist ein Stückchen Unruhe”, wie sie vor Medienvertretern gestand. Das Schlimmste sei dabei, dass die Ursache bisher noch nicht gefunden wurde. Es sei durchaus denkbar, dass sie gar nicht lokalisiert werden kann. Besuche von außerhalb des Pflegeheims sind untersagt. Aktuell werden auch keine Bewohner aufgenommen. Ulla Mulalic hatte mit den Angehörigen der Verstorbenen bereits Gespräche geführt. Sie versicherte, dass es „keine Vorwürfe oder bösen Worte” der Familien in Richtung Pflegeheim gab. Zu einer möglichen Schuld des Pflegeheims betonte Rutker Stellke, dass „kein Hinweis auf Fehlverhalten” vorliege.