Neuzelle (hn). In diesem Jahr blickt die deutsche Geschichtsschreibung auf ein Ereignis zurück, das Anfang des 19. Jahrhunderts zur Trennung von Staat und Kirche führte - die Säkularisierung (Verweltlichung).

Jetzt sind sie zurück gekehrt - die Zisterzienser. Vier von ihnen - die Pater Aloysius Maria, Philemon und Kilian - werden fortan mit Prior Simeon das Klosterleben in Neuzelle wieder aufbauen. Verstärkung um weitere vier Mönche soll es im nächsten Jahr geben.
Bereits vor mehreren Jahren sprach Wolfgang Ipolt, Bischof des Bistums Görlitz, die Einladung an das Kloster Heiligenkreuz in Österreich aus, Mönche nach Neuzelle zu entsenden. Heiligenkreuz ist heute weltweit das einzige Zisterzienserkloster, das seit der Gründung im Jahr 1133 ohne Unterbrechung besteht.
Zum Empfang, für den der Nachmittag eines Augustsonntags ausgewählt wurde,  hatten sich  viele Gläubige am katholischen Pfarrhaus eingefunden. Darunter auch Bürgermeister Dietmar Baesler, der die weit Gereisten mit Brot und Salz empfing und ihnen einen guten Start wünschte. Nach der Begrüßung lud Bischof Ipolt die Mönche und die anwesenden Gläubigen zur ersten gemeinsamen Vesper in die Pfarrkirche St. Marien ein.
Die Mönche werden sich jedoch nicht nur der Ausübung ihrer Religion widmen. Sie planen, sich auch wirtschaftlich zu betätigen, nachdem sie sich eingelebt und die Region kennen gelernt haben. Helmut Fritsche, Geschäftsführer der Klosterbrauerei Neuzelle, sagt: „Wir halten den Einzug der ersten Zisterzienser für einen wichtigen Meilenstein”. Mit dem Einzug der Mönche könne das Potenzial des Klosters nun in seiner Fülle ausgeschöpft werden, meint der Unternehmer. Auch sehe Fritsche einen wirtschaftlichen und touristischen Imagezuwachs für Neuzelle mit einer immensen Ausstrahlung und einer großen Bedeutung: „Davon sind wir fest überzeugt”. Die Klosterbrauerei hat anlässlich der Wiederkehr der Mönche bereits ein Spezialbier aufgelegt.
Im Zusammenhang mit der Säkularisierung wurden einst die eigenständigen geistlichen Fürstentümer abgeschafft, Besitztümer der Kirchen beschlagnahmt und Anstrengungen unternommen, die katholische Kirche unter die Kontrolle des Staates zu stellen. Ausgangspunkt dieser Ereignisse war, die bürgerliche Gesellschaft der religiösen Kontrolle zu entziehen. Betroffen von der Säkularisierung war auch das Kloster Neuzelle, dessen Gebäude, außer der Kirche, fortan wechselnden Zwecken dienten.