Frankfurt/Oder (gla). Die neu gewählte Stadtverordnetenversammlung traf sich zu ihrer ersten Sitzung.

Bei ihrer konstituierenden Sitzung nach der Kommunalwahl ging es den Stadtverordneten darum, die wichtigsten Posten neu zu besetzen. Dazu gehört der Vorsitzende. Bis zu dessen Wahl leitete deshalb Alterspräsidentin Sigrid Albeshausen (SPD) die Versammlung, wie es Brauch ist. Entgegen des Brauchs ergriff der vorige Vorsitzende Wolfgang Neumann (Die Linke) noch einmal das Wort, um die Leiterin des Amts für Stadtverordnetenangelegenheiten Karola Kargert mit Blumen und guten Wünschen in den Ruhestand zu verabschieden. „Dieses Arbeitsleben stand seit 1978 immer im Dienste unserer Stadt“, sagte Neumann.
Alle ehemaligen Vorsitzenden des Stadtparlaments seit 1990 nahmen als Ehrengäste an der konstituierenden Sitzung teil. Die Stadtverwaltung brachte ihre Auszubildenden mit. Grünen-Sprecherin Alena Karaschinski schmückte die Tische der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen - Bürgerinitiative Stadtentwicklung mit Sonnenblumen, um deren historischen Erfolg bei der Kommunalwahl zu feiern. Die nur aus Männern bestehende Fraktion der AfD traf sich vor dem Kleist Forum, um geschlossen in den Saal einzuziehen. Ihr Fraktionsvorsitzender Ingolf Schneider weigerte sich, in Redebeiträgen „Kolleginnen und Kollegen“ zu sagen. „Kollegen reicht“, findet Schneider.
Für die Wahl des neuen Vorsitzenden schlug seine Fraktion als die mit den meisten Sitzen erneut Wolfgang Neumann vor. In einer geheimen Wahl erhielt er 33 Ja-Stimmen, drei Gegenstimmen und zehn Enthaltung. Noch deutlicher fiel die Wahl der ersten Stellvertreterin aus. Die von der CDU-Fraktion vorgeschlagene Yvonne Kehlenbrink bekam 37 Ja-Stimmen, drei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen. Da die AfD wie die CDU neun Sitze im Stadtparlament hat, gilt sie ebenfalls als zweitgrößte Fraktion. Das berechtigte sie, den zweiten Vorsitzenden zu stellen. AfD-Fraktionschef Ingolf Schneider schlug seinen Parteigenossen Andreas Suchanow vor. Im ersten Wahlgang lehnten die Stadtverordneten den Bundespolizisten mit 16 Ja-Stimmen, 21 Nein-Stimmen und neun Enthaltungen ab. Schneider beantragte einen zweiten Wahlgang. Den gewann Suchanow mit 18 Ja-Stimmen, 13 Gegenstimmen und 15 Enthaltungen. Während alle Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Neumann und Yvonne Kehlenbrink nach der Wahl gratuliert hatten, gratulierten Suchanow nur die Vorsitzenden von CDU und AfD.