Eisenhüttenstadt (hn). Im Frühjahr dieses Jahres wurde bei der zweijährigen Elli Schimpf Neurodermitis diagnostiziert.

Der Kinderarzt schmunzelte, als er die Überweisung zum Hautarzt unterschrieb. Er verordnete eine cortisonhaltige Salbe, mit dem Hinweis, diese nicht allzu oft anzuwenden.
Was nun begann, gleicht einer Odyssee durch die Ärztemangellandschaft Ostbrandenburg, überall - in Eisenhüttenstadt, Müllrose, Frankfurt (Oder) - die gleiche Antwort: „Patientenaufnahmestopp”. Bis heute konnte Familie Schimpf im Umkreis von 40 Kilometern keinen Hautarzt finden, der der kleinen Elli helfen will. Selbst die Bemühungen der Krankenversicherung liefen ins Leere.
„Manchmal bekam ich den Tipp, doch in die Notaufnahme zu gehen”, erinnert sich Franziska Schimpf. „Das erstaunte mich, denn überall liest und hört man, es solle vermieden werden, sich mit einer Überweisung in die Notaufnahme zu setzen.”
Auf Anfrage hin erbot sich die Kassenärztliche Vereinigung, einen Termin zu besorgen, wenn ein Code vom Kinderarzt vorliegt, der eine besondere Wichtigkeit bescheinigt. Dieser jedoch hatte Urlaub, so dass Franziska Schimpf einen Vertretungsarzt aufsuchte. Der Code, den sie dort erhielt, war falsch. Nun die ganze Übung noch mal. Anderthalb Stunden in der Warteschleife bei der Kassenärztlichen Vereinigung mit dem Ergebnis, dass sich in zwei Wochen jemand meldet, um den lang ersehnten Termin durchzugeben.
Per E-Mail wandte sich die Familie an Eisenhüttenstadts Bürgermeister Frank Balzer, der zu dieser Zeit urlaubte. Franziska Schimpf kaufte in einer Apotheke frei erhältliche Salben, um dem kleinen Mädchen wenigstens ein bisschen Linderung zu verschaffen. „Aber alles funktionierte nicht.“
Elli war von ihrer Neurodermitis so geplagt, dass sie wegen des Juckreizes nachts kaum noch schlafen konnte und sich die Haut wund kratzte. Franziska suchte mit ihrer Tochter einen Heilpraktiker in Lübbenau auf. Der letzte Ausweg, der hoffentlich Linderung verschafft. Ansonsten bleiben der Familie nur weitere Experimente, zum Beispiel mit dem Weglassen bestimmter Lebensmittel wie Milch und Schokolade, dem Einsatz von Ringelblumensalbe und einem Trip an die Ostsee. Auch über einen Arztbesuch in Polen denken die Schimpfs nach. Es muss jedenfalls kurzfristig eine Lösung geben.