Neuzelle (hn). Wer am 18. Mai das Kloster Neuzelle besuchte, wurde am Tor zum Stiftsplatz von einer im Barockstil gekleideten Theatertruppe mit Spaß und Süßigkeiten empfangen.

Die „Artistokraten” aus dem Pfefferberg-Theater Berlin ließen es sich nicht nehmen, auf diese Weise die Eröffnung des Themenjahres Kulturland Brandenburg „wir erben. Europa in Brandenburg - Brandenburg in Europa” sowie den Start in das Jubiläumsjahr anlässlich der Gründung des Klosters Neuzelle 1268 zu begleiten.
Am gleichen Tag luden auch die Ausstellungen „theatrum sacrum”, eine moderne, von Mathias Steier und Hans-Georg Wagner gestaltete Darstellung des Weltgerichts, sowie „Der junge Blick auf Altes - Schlösser und Herrenhäuser in Polen und Deutschland”, zusammen getragen von Schülern aus Neuzelle, Potsdam und Zielona Gora, ein.
Zu Beginn des Festaktes auf dem Kreuzhof begrüßte Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der Stiftung Stift Neuzelle die Gäste, darunter Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Bischof Wolfgang Ipolt aus Görlitz sowie Ann-Catalin Wellkisch und Kurt Richard Ulrich vom Gymnasium Neuzelle, die als Vertreter der Schüler über die Arbeit an ihrer Ausstellung berichteten.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg, die mit ihrem kleinen Team für die Gestaltung des facettenreichen Brandenburger Kultursommers mit viel Dank bedacht wurde. Norbert Kannowsky zeigte sich bezüglich des Kultursommer-Programms, das Aktionen in zwanzig Orten im Land umfasst, sehr beeindruckt und teilte mit, dass es in Neuzelle neben den Ausstellungen auch zwei Buchpräsentationen geben wird: Die Replik eines alten Neuzeller Stiftsatlasses und einen Text-Bild-Band über den geschichtsträchtigen Ort. „So gibt es während des ganzen Jahres immer wieder Anlässe, hierher zu kommen”, stellte er fest.
Ministerin Münch bezog sich auf den europäischen Zusammenhang in Sachen Kultur und lud ein, das gemeinsame und lokale Kulturerbe zu entdecken. In Neuzelle gebe es nicht nur das Jubiläum des Klosters, sondern auch den 200. Jahrestag der Gründung der evangelischen Gemeinde. Erwartungsvoll blicke sie auf die Wiederansiedlung der Zisterziensermönche, wovon sie eine weitere Belebung des Ortes erwarte.
„Wer mit offenen Augen durch das Land geht, findet überall Geerbtes”, stellte Bauministerin Schneider fest. Einwanderer hätten seit Jahrhunderten ihre Baukultur mitgebracht, nun gebe es wieder Zuwanderungen, so dass das kulturelle Erbe nicht nur ein Thema der Gegenwart, sondern auch der Zukunft ist. Mit Beifall bedacht wurde ihre Äußerung bezüglich der Ortsumgehung: „Wir sind dran”.
Auch Bischof Ipolt setzt große Erwartungen in die Wiederansiedlung der Mönche und unternahm einen Exkurs in die Geschichte des Christentums, worin er unter anderem bemerkte, das 13. Jahrhundert sei ein Jahrhundert großer Armutsbewegungen gewesen, habe aber auch große Gelehrte und Theologen hervor gebracht.