Frankfurt/Oder (eb/geh). Dass Graffiti eine ernstzunehmende Kunstrichtung ist, davon konnten sich die Zaungäste des zweiten Frankfurter Graffiti Contests am zurückliegenden Samstag in der Großen Scharrnstraße überzeugen.

Dieser fand mit Unterstützung der WohnBau Frankfurt, Möbel Boss und dem bbw Bildungszentrum Ostbrandenburg im Rahmen des Festivals „ART | an der Grenze | na granicy“ statt und verwandelte die Fußgängerzone in ein offenes Atelier. Jeder der neun teilnehmenden Sprayer interpretierte das Thema „Grenze/n“ auf ganz eigene Art.
Nicolas Rindt konnte den Contest mit seiner sozialkritischen Interpretation „Armutsgrenze“ erneut für sich entscheiden. Der Frankfurter verarbeitet in seinem eindrücklichen Bild die Themen Kinderarmut und Abschottung der Reichen gegen die Armen. Aber er sieht auch Hoffnung und lässt diese durch einen Lichtblick aus der Ecke ins Bild einfließen. Der Künstler stellte in diesem Jahr auch beim Festival aus.
Den zweiten Platz sicherte sich Tom Gensch. Er überzeugte die Jury mit seiner Komposition aus einer deutschen  und polnischen Figur in den Farben der Nationalflaggen. Die Menschen sind getrennt, aber wachsen trotz der Hindernisse mehr und mehr zusammen.
Die jüngsten Teilnehmer – Jakob Ditel und Louie Merten –  sind zehn Jahre alt und besuchen die Erich-Kästner-Grundschule. Sie hatten sich für den Wettbewerb regulär angemeldet und gemeinsam das Wort „Grenze“ gestaltet. Neben ihnen waren auch zahlreiche andere Kinder vor Ort, die sich an einer Probeleinwand austoben konnten. Dr. Michaela Schmitz-Schlär, Vorstandsvorsitzende der WohnBau Frankfurt: „Es ist uns ein besonderes Anliegen, junge Talente unserer Stadt zu fördern. Das Kunstfestival ART | an der Grenze | na granicy und insbesondere der Graffiti Contest bieten noch unbekannten Künstlern und dem Nachwuchs ein Forum und die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Gerade als Genossenschaft sehen wir es als unsere Aufgabe, diese kreative Initiative zu Gunsten unserer Stadt zu unterstützen.“ Daniel Fochtmann vom Organisationsteam des Festivals: „Ich freue mich riesig über die gute Resonanz und die vielen Zuschauer, trotz der kühlen Witterung und angekündigtem Regen. Das Highlight war am Ende der Rundgang mit den Sprayern, die etwas über ihre Bilder erzählten.“
Die Leinwände sollen jetzt als Leihgaben an Schulen und Kitas gehen, um sie für Anschauungszwecke oder zum selber Malen zu verwenden. Wenn es wieder einen Contest gibt, werden sie zurück geholt. Wenn eine Einrichtung noch kurzfristig Interesse hat, kann sie sich melden. Daniel Fochtmann ist per E-Mail an art.an.der.grenze@gmail.com oder unter der Telefonnummer 01 78–6 27 18 73 zu erreichen.