Frankfurt/Oder (eb/geh). Am vergangenen Wochenende ist in Frankfurt das Bahnhofsfest gefeiert worden.

Organisiert durch die Freizeitgruppe des Bahnsozialwerkes „Traditionspflege Eisenbahnknoten Frankfurter (Oder)“ wurde bereits zum 15. Mal im und am Bahnhof gefeiert. Gewürdigt ist dabei in diesem Jahr auch die fast 175-jährige Bedeutung Frankfurts als Knotenpunkt und Bahndrehkreuz worden.
Am 22. Oktober 1842 traf der erste Zug von Berlin in Frankfurt (Oder) ein. Nur sieben Jahre nach der legendären Fahrt des „Adler“ von Nürnberg nach Fürth. In den Folgejahren kamen weitere Verbindungen nach Breslau (1846), von Küstrin (1857), von Posen (1870), von Cottbus (1876) sowie von Eberswalde (1877) hinzu. Neue Bahngebäude und Werkstätten wurden errichtet und in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts auch die Bahndirektion Ost nach Frankfurt (Oder) verlegt.
Ab den sechziger Jahren entwickelte sich der Güterbahnhof an der Oderbrücke zum Tor des Warenverkehrs nach Osteuropa.
„Heute knüpft das Terminal für den kombinierten Verkehr (KV-Terminal) an diese Tradition an. Und auch im Personenverkehr ist Frankfurt (Oder) ein Drehkreuz geblieben mit Zügen in sechs verschiedene Richtungen, darunter mit Zielona Góra und Warszawa auch mit wichtigen grenzüberschreitenden Verbindungen“, erzählt Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke. Eine der landesweit am stärksten frequentierten Strecken ist jene des RE1 nach Berlin. Die Bundeshauptstadt erreichen Reisende heute schon in 60 Minuten statt wie einst in dreieinhalb Stunden.
„Der Frankfurter Bahnhof war in Friedens- als auch in Kriegszeiten mit Transporten von Soldaten, Gefangenen, Deportierten und Flüchtlingen mit europäischer Geschichte verknüpft. Millionen haben ganz persönliche Erinnerungen an diesen Ort“, mahnte Dr. Martin Wilke während des diesjährigen Bahnhofsfestes.
Eine besondere Attraktion dabei waren auch die Eisenbahner in historischen Uniformen aus Sachen, Mecklenburg und Preußen, die mit vielen Frankfurtern an einer Sonderfahrt nach Drzecin teilnahmen, darunter auch das Frankfurter Stadtoberhaupt. Dr. Martin Wilke wurde dabei mit Trillerpfeife, Mütze und Kelle ausstaffiert.