Frankfurt/Oder (gla). Etwa fünfzig Personen griffen in der Innenstadt Polizisten an.

In einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Ost vom 17. Juni 2018 heißt es: „Am 16. Juni 2018 gegen 21.20 Uhr hielt sich ein 32-jähriger Frankfurter im Bereich der Heilbronner Straße in Frankfurt (Oder) auf, wo er durch eine Gruppe von Asylbewerbern bedrängt wurde. Der 18-jährige Haupttäter schlug ihn zunächst mit der Faust ins Gesicht und trat dann auf den am Boden liegenden Geschädigten mit mehreren Personen weiter ein. Erst als ein Funkstreifenwagen vor Ort eintraf, ließen die Täter von dem Geschädigten ab.
Während der Sachverhaltsklärung und Identifizierung der Tatverdächtigen wurden die Polizeibeamten durch zirka 50 Personen bedrängt. Zunächst wurden die Beamten verbal attackiert. Als eine Person versuchte die Polizeibeamten anzugreifen, setzen die Einsatzkräfte mehrfach Pfefferspray ein. Nach der Hinzuziehung von weiteren Polizeikräften ließen die Angreifer ab und verließen den Tatort. Im weiteren Einsatzverlauf konnten 19 Identitätsfeststellungen durchgeführt und 12 Platzverweise ausgesprochen werden. Der 18-jährige Haupttäter wurde vorläufig festgenommen. Bei der Festnahme und der Verbringung leistete er aktiv Widerstand und versuchte einen Beamten in das Gesicht zu schlagen. Anzeigen wurden gefertigt und der Staatsanwalt vom Sachverhalt informiert.“
Am 18. Juni teilte die Polizei mit, dass der Geschädigte Gesichtsverletzungen erlitt, die im Klinikum Markendorf Behandlung fanden. Auch ein Polizist wurde verletzt. Ein Hubschrauber, Bereitschafts-  und Bundespolizisten hatten den Einsatz am Samstag unterstützt. Der Festgenommene wurde am Sonntag der zuständigen Haftrichterin vorgeführt. Sie erließ einen Haftbefehl, der gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. Gegen diese Auflagen verstieß der Asylbewerber bereits am nächsten Tag. Er wurde erneut verhaftet. „Die Ermittlungen zum Geschehen dauern an. Die Vorwürfe lauten auf Körperverletzung, Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“, so die Polizeidirektion.
Oberbürgermeister René Wilke rief am Montag den Präventions- und Sicherheitsrat und die Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung zusammen, um die Situation zu erörtern. Im Anschluss sollten Wilke und Vertreter des Sicherheitsrats eine Pressekonferenz geben. Dort erschien der Oberbürgermeister aber allein. Drei Teilnehmer der zweistündigen Sondersitzung gaben an, nichts von einer Pressekonferenz zu wissen.
René Wilke warnte gleich zu Beginn des Pressegesprächs vor Pauschalisierung: „Bei der aktuellen Situation am Hortenkomplex reden wir über ungefähr zwanzig Personen, die auffällig werden.“ Zum harten Kern würden lediglich zehn Personen gehören, „übrigens nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund“. Er wies mehrmals darauf hin, dass das Opfer polizeibekannt sei. Wilke kündigte Maßnahmen an, um eine Wiederholung des Vorfalls zu verhindern. Polizei und Ordnungsamt sollen dauerhaft auf dem Platz präsent sein. Das waren sie am Tag der Pressekonferenz auch, an den Folgetagen aber nicht. Das für den Platz und angrenzenden Park geltende Alkoholverbot wird verlängert. Obendrein erwägt Wilke ein Waffenverbot. Damit hätten Polizisten das Recht, Menschen ohne begründeten Verdacht zu durchsuchen. Auf die Frage, warum von ungefähr fünfzig Tätern nur einer verhaftet wurde, antwortete Wilke, die meisten hätten die Polizei nur verbal angegriffen.