Frankfurt/Oder (eb/gla). Eine Markendorfer Obstbäuerin lädt zu zwei Schmetterlingsführungen ein.

Im Juni und Juli sind zehn bis zwanzig verschiedene Schmetterlingsarten im Obstanbaugebiet von Markendorf zu beobachten. „Durch eine gute Ausgangslage, sowohl die natürliche Struktur betreffend als auch die seit Jahrzehnten ergriffenen Maßnahmen wie Baum- und Heckenanpflanzungen an Wegen und Feldrändern, Blühwiesen, Nistkästen und so weiter, die gute Zusammenarbeit der Obstbauern mit dem Naturschutzbund vor Ort (Anlegen eines Teiches, Streuobstwiesen, Blühwiesen) und die Bewirtschaftung der Flächen mit Obst haben wir noch keine Anzeichen für den Rückgang von Insekten wie zum Beispiel Wildbienen oder Schmetterlinge beobachtet“, teilt Obstbäuerin Claudia Schernus mit. Sie lädt am Samstag, dem 13. Juli 2019 um 10 Uhr zu einer kostenlosen Schmetterlingsführung ein. Treffpunkt ist die Endhaltestelle der Straßenbahn in Markendorf. Für eine zweite Führung am Mittwoch, dem 17. Juli 2019 um 14 Uhr bittet Claudia Schernus um vorherige Anmeldung an ihrem Obststand neben dem Oderturm.
Claudia Schernus möchte bei den Führungen zeigen, dass sich intensive Landwirtschaft und Insektenvielfalt nicht zwangsläufig ausschließen und es Bauern gibt, die sich für eine intakte Umwelt engagieren. „Seit drei Jahren bemühe ich mich, sowohl den Bürgern der Stadt als auch der Stadtverwaltung die Bedeutung dieser Besonderheit angesichts der schwindenden Biodiversität in anderen Landesteilen zu vermitteln“, schreibt die Markendorfer Obstbäuerin. Obwohl sie sich nach der Oberbürgermeisterwahl im vorigen Jahr bereit erklärt habe, in den Fragen Klima, Umwelt und Biodiversität in der Stadt aktiv mitzuarbeiten, habe sie bisher kein Angebot bekommen. Auch in die von der Stadt Frankfurt (Oder) organisierte „Woche der Umwelt“ anfang Juni dieses Jahres wurden lokale Obstbauern nicht einbezogen. „Leider ignorieren die Akteure der Umweltwoche vom 1. bis 7. Juni auch konsequent die Strukturen um Frankfurt (Oder) mit etwa 6.000 Hekter konventioneller Landwirtschaft (inklusive Obstbau) und bringen als Beispiel für regionale Nahrungsmittelproduktion eine Solawi, die nach meinem Wissen keine Fläche in oder um Frankfurt (Oder) bewirtschaftet“, kritisiert Claudia Schernus. „Hier wird ein vollkommen falsches Bild von der real existierenden und für die sichere Nahrungsmittelversorgung notwendigen Landwirtschaft gezeichnet.“