Ostbrandenburg (geh). Unterstützung erhalten die Leute der Initiative zum Wiederaufbau der Obstbauversuchsanstalt jetzt aus der Hauptstadt.

Mehr als hundert Unterschriften zum Erhalt der Obstbauversuchsstation wurden kürzlich in Berlin vom Vorsitzenden des Bezirksverbands der Gartenfreunde Berlin-Hellersdorf e. V. Dr. Norbert Franke und Bezirksfachberater Stefan Jatzev an die Mitglieder der Initiative übergeben. Deren Sprecherin Sabine Niels war überrascht, hatte ihre Gruppe doch noch nicht zu dieser Aktion aufgerufen. „Die Berliner waren so erzürnt, dass die Brandenburger Landesregierung die fast hundertjährige Obstforschung am Standort Müncheberg derart verkümmern lässt, dass spontan über hundert Menschen ihren Unmut ausdrückten“. Niels kündigte an, die Unterschriftenliste zeitnah an Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) zu übergeben.
Seit über zwei Jahren verschleppe die Brandenburger Landesregierung eine arbeitsfähige Ausstattung der Obstbauversuchsanstalt Müncheberg. Die Berliner Gartenfreunde stehen seit Jahren in engem Austausch mit der Forschungsstation, konnten „politisch gewollten“ Verfall der Versuchsanstalt miterleben, so Niels. „Obwohl Vogelsänger immer wieder ein Konzept zum Erhalt angekündigt hat, ist bislang noch nichts passiert”. Bislang sei nur durchgesickert, dass die Verantwortlichen im Landesamt für Ländliche Entwicklung, dem Träger der Einrichtung, hoffen, Ehrenamtliche zu finden, die die Station betreuen. „Die altehrwürdige wissenschaftliche Forschung durch Freiwillige in Schuss zu halten, das kann doch nur ein böswilliger Scherz von Minister Vogelsänger sein“, sagte Sabine Niels.  
Die Berliner kündigten an, am Dienstag, dem 6. September 2016 zum ersten landesweiten Obstpflücktag nach Müncheberg zu kommen. Er ist öffentlich.