Eisenhüttenstadt (hn). Partner des Projekts „Feuerwehrstadt“ trafen sich im Sozialgebäude des Stahlwerkes.

Im Rahmen des Tages der Feuerwehrstadt Eisenhüttenstadt wurde über Aufgaben der Feuerwehren im Zusammenhang mit privater und gesellschaftlicher Bautätigkeit beraten.
„Die Stadt Eisenhüttenstadt hat sich vor mittlerweile neun Jahren zum Projekt Feuerwehrstadt bekannt", erklärte Mathias Burkardt, erster Sachbearbeiter im vorbeugenden Brandschutz in der Kreisverwaltung Oder-Spree. „Dieses stützt sich auf vier Säulen - der hauptamtlichen Wache Eisenhüttenstadt mit den Berufskräften, dem Feuerwehrmuseum, der Werkfeuerwehr und der Landesfeuerwehrschule, die jährlich zirka 4.000 Lehrgangsteilnehmer aus Brandenburg, dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland hierher zieht.“
Aus diesen Gegebenheiten schöpfend bot es sich an, noch mehr für die Stadt zu tun als sie durch Stahl, Papier und Tanzwoche zu präsentieren. So konnten neben dem Tourismusverein und dem jetzt zertifizierten und einmaligen Feuerwehrmuseum, das inzwischen weltweit bekannt ist, auch der Kreisfeuerwehrverband als Partner gewonnen werden. Um die eigene Qualifizierung voran zu bringen, werden seit vier Jahren am Tag der Feuerwehrstadt Vorträge und Diskussionen zu unterschiedlichsten brandschutztechnischen Fragen organisiert. Nach Themen wie Stützpunktfeuerwehr, Blackoutszenario und Krisenkommunikation ging es nunmehr um den Brandschutz in Genehmigungsverfahren.
Als Beispiel nannte Mathias Burkardt den BER, dessen nicht funktionierende Brandschutztechnik den Auslöser für die bisherige Nichtinbetriebnahme bildet. Oftmals würden auch bei anderen Projekten die hohen Auflagen belächelt, aber wenn es dann zu einem Brand kommt, möchte niemand verbrennen oder am Rauch ersticken. Entgegen aller Bedenken ist der Brandschutz auch kein Kostentreiber, denn er bildet gerade einmal zwei Prozent der gesamten Baukosten.
Als Referent trat unter anderen der Leiter der Werkfeuerwehr der Bayer AG Berlin auf. In seinem Vortrag ging er auf die brandschutztechnische Sanierung von Bestandsgebäuden ein, ein wichtiges Thema für Unternehmen, die historische Gebäude nutzen.
„Ich kann jedem Unternehmer nur raten, den Brandschutz nicht auf die leichte Schulter zu nehmen“, sagte Burkardt und gab gleich noch einen Vorschlag mit: „Stellen Sie freiwillige Feuerwehrleute ein, dann haben Sie einen qualifizierten Brandschutzexperten, dessen Ausbildung Sie nicht einmal etwas kostet, im Unternehmen. Darüber hinaus fördern Sie damit auch das Ehrenamt.“
Sind bezüglich des Baus von Eigenheimen die Regeln gelockert worden, um dem Bauherren Erleichterungen zu verschaffen, wird ihm bezüglich des Brandschutzes mehr Eigenverantwortung übertragen. Er muss nun selbständig dafür Sorge tragen, dass das Schutzziel der Menschenrettung erreicht werden kann. Unterstützung geben dabei nicht nur die örtlichen Brandschutzdienststellen, sondern auch die Kommunalverwaltungen.