Frankfurt/Oder (gla). Projektpartner aus den Euroregionen Pro Europa Viadrina und Spree-Neiße-Bober unterzeichneten eine Partnerschaftsvereinbarung.

Das Projekt für grenzübergreifende Zusammenarbeit heißt „Dialog“. Strategische Partner sind das Land Brandenburg und die Wojewodschaft Lubuskie. Toralf Schiwietz, Geschäftsführer der Mittlere Oder Euroregion Pro Europa Viadrina, moderierte die Vorstellung und Diskussion des Projekts. Es läuft vom 1. März 2017 bis 29. Februar 2020 und wird über 1,2 Millionen Euro kosten, teilte Schiwietz mit. 85 Prozent davon werden aus Zuwendungen finanziert. Unter dem Stichwort „Kommunikation ohne Grenzen“ wird es Sprachkurse, interkulturelles Training, Verwaltungsseminare und Studienreisen auf beiden Seiten von Oder und Neiße beinhalten.
Zweiter Punkt des Projekts ist „Handeln ohne Grenzen“. Dabei liegt für Pro Europa Viadrina der Schwerpunkt bei Bildung, für Spree-Neiße-Bober bei Gesundheit. „Vermarktung ohne Grenzen“ konzentriert sich auf deutsch-polnische Werbematerlialien, Internet- und Medienauftritte.
Seit nunmehr 25 Jahren gibt es die Euroregion Pro Europa Viadrina, erinnerte ihr Vorsitzender Dr. Martin Wilke. Dieses Beispiel deutsch-polnischer Zusammenarbeit sei vor dem belasteten historischen Hintergrund nicht selbstverständlich. Dr. Wilke beklagte, dass die bürokratischen Hürden für EU-Fördermittel immer komplizierter zu werden scheinen. Er bat die Verantwortlichen der Europäischen Union um mehr Vertrauen: „Wir stellen uns doch hier nicht hin und vergeuden Mittel. Vertraut doch einfach denen, denen ihr Geld gebt. Kontrolle macht es doch auch nicht besser.“
Jacek Wojcicki, Stadtpräsident von Gorzow hofft, dass sich die Sprachkenntnisse auf beiden Seiten in Zukunft verbessern. „Leider haben wir das Problem in Gorzow, dass gerade die Zahl der Personen sinkt, die deutsch lernen möchten“, erklärte Wojcicki.
„Mit dieser Partnerschaftsvereinbarung bahnen wir einen Weg für viele weitere Vereinbarungen“, sagte Czeslaw Fiedorowicz aus Gubin. Auch er misst Sprachkursen große Bedeutung zu. „Jeder Bürgermeister einer Grenzstadt sollte deutsch verstehen“, fügte er in fließendem Deutsch hinzu.
Der Beigeordnete von Märkisch-Oderland Rainer Schinkel warnte: „Die meiste Angst habe ich, wenn EU-, Bundes- oder Landespolitik sagt, wir wollen etwas verbessern, wir wollen Bürokratie abbauen.“ Oft käme dabei das Gegenteil heraus. Als besonders wichtig für seinen Landkreis bezeichnete Schinkel die Verbesserung der Infrastruktur im Grenzbereich. Dazu gehören die Schienen- und Straßenverbindungen nach Polen, vor allem die Erneuerung der Oderbrücke von Kietz nach Küstrin, um auf das erhöhte Verkehrsaufkommen einzugehen.