Wriezen (eb/gla). Dr. Detlef von Daniels hielt einen Akademievortrag am Evangelischen Johanniter-Gymnasium Wriezen.
 

Was hat der griechische Philosoph Platon mit dem amerikanischen Präsidenten zu tun? Was haben die Schokoplätzchen von Anna mit unbegrenzter Freiheit zu tun?
Diese und weitere Fragen der politischen Philosophie diskutierte Dr. Detlef von Daniels, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Leiter der dort angesiedelten interdisziplinären Arbeitsgruppe „Internationale Gerechtigkeit und institutionelle Verantwortung“ mit den 34 Schülerinnen und Schülern des Religionskurses der Jahrgangstufe 12 am Evangelischen Johanniter-Gymnasium Wriezen.
Beherzt griff der Spezialist für Politische Philosophie in die Tüte mit Schokoplätzchen, die Anna Müller vor sich stehen hatte, und bediente sich daraus als Antwort auf ihre Frage nach dem Verständnis von unbegrenzter Freiheit.
Spätestens der überraschende Wahlerfolg von Donald Trump in den USA hat den Populismus wieder auf die Tagesordnung gebracht. Aber was ist Populismus? Sind alle Politikerinnen und Politiker, die Sachverhalte vereinfachen, Populisten? Oder nur solche, die nicht rational argumentieren, sondern an Gefühle, womöglich sogar niedere Gefühle wie Fremdenhass appellieren?
Dr. von Daniels spannte in nur knapp einer halben Stunde einen weiten historischen und philosophischen Bogen, der hilfreich war, das Phänomen des Populismus besser zu verstehen. Er griff dabei Überlegungen, die der antike griechische Philosoph Platon bereits vor zweieinhalbtausend Jahren in seinem Werk „Der Staat“ angestellt hatte, auf, um die aktuellen Gefahren des Populismus für die Demokratie zu erläutern.
Anschließend entwickelten sich anregende Diskussionen zwischen den Schülerinnen und Schülern, die sich in Vorbereitung des Akademievortrags sowohl mit Platon als auch mit neuzeitlichen Philosophen wie Jürgen Habermas beschäftigt hatten. Im Ergebnis des interaktiven Seminars gab es große Nachdenklichkeit über die Verletzlichkeit der Demokratie sowie ein allgemeines Plädoyer für einen breiten gesellschaftlichen Diskurs und die Bedeutung von Toleranz und Meinungsvielfalt.