Frankfurt/Oder (gla). Neue Schilder in Stadtbussen und Straßenbahnen erklären Erste Hilfe.

Mit der Aktion „Held kann jeder“ wirbt der gemeinnützige Verein Pépinière für mehr Zivilcourage. Die oberhalb von Fenstern und neben Fahrkartenautomaten angebrachten Schilder geben auf deutsch und polnisch praktische Informationen über Erste Hilfe an Fahrgäste weiter. „Auf die Art und Weise machen wir Prävention in der Breite, und das kostenlos“, sagt Vereinsvorsitzender Philipp Humbsch. Mangelnde Hilfsbereitschaft in Deutschland besorgt den Medizinstudenten. Philipp Humbsch erinnerte an einen Fall in Hessen, als ein Passagier einen Herzinfarkt bekam. „Fünfzig Fahrgäste saßen drumherum und haben nichts gemacht.“ Das sei hierzulande nicht ungewöhnlich, sagte Humbsch bei einer Pressekonferenz verärgert: „Einer von dreien hilft, der Rest geht weiter.“ In Skandinavien soll die Hilfsbereitschaft bei zirka siebzig Prozent liegen. Humbsch und seine Mitstreiter Karolina Rurek und Thomas Bley möchten Menschen mit ihrer Kampagne sensibilisieren. Unterstützt werden sie dabei vom Geschäftsführer der Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft Christian Kuke und Oberbürgermeister René Wilke. „Wir stellen fast täglich fest, dass Fahrgäste Probleme bekommen, gerade bei der jetzigen Witterung“, sagte Kuke. Er erwartet, dass die Plakate in den nächsten Tagen in allen Bussen und Straßenbahnen aufgehängt werden. René Wilke lobte das Engagement von Pépinière und bezeichnete die Aktion als einen Aufruf, nicht wegzuschauen.
Philipp Humbsch unterrichtet auch ehrenamtlich Erste Hilfe an Grundschulen und wirbt für mehr Nachwuchs im Ehrenamt. Für seine vielfältigen Bemühungen ernannte ihn das Deutsche Studentenwerk zum Studenten des Jahres 2018.