Frankfurt/Oder (kel). Die Zukunft des Schienenverkehrs in Brandenburg stand im Mittelpunkt einer Fachkonferenz des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg (VBB) im Kleist Forum.

Fachleute und Politiker nahmen daran teil. Ein gut funktionierender öffentlicher Nahverkehr wäre für Frankfurt besonders wichtig, sagte Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke. Fast die Hälfte der in Frankfurt Beschäftigten sind Pendler. Viele kommen mit dem RE1. „Rund 10.000 Fahrgäste nutzen täglich die Zugverbindung von Berlin nach Frankfurt“, ergänzte Thomas Dill, Bereichsleiter für Nahverkehr und Qualitätsmanagement beim VBB. Trotz Bevölkerungsrückgang wird bis 2030 sogar mit einer Zunahme von 62 Prozent gerechnet. „Zurzeit wird mit der Bearbeitung einer Mobilitätsstrategie begonnen“, erklärte Detlef Höppe, Referent im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung.
Als Nächstes wird ein Textentwurf erarbeitet. Es folgen Veröffentlichung und die kritische Begleitung auf der Internetseite des Infrastrukturministeriums. Bis zum Jahresende soll alles fertig sein. Dr. Wilke fragte, inwieweit Polen in den Plan einbezogen wird. Dill musste Probleme eingestehen. Statistische Angaben würden fehlen. Auch auf anderen Gebieten des Schienenverkehrs zwischen Brandenburg und Lubuskie liefe nicht alles wie gewünscht. „Sehr gut funktioniert der Kulturzug Berlin-Breslau“, wirft Susanne Henckel, Geschäftsführerin des VBB, ein. Die polnische Stadt an der Oder wurde 2016 Europäische Kulturhauptstadt. Seit April besteht am Wochenende eine direkte Zugverbindung. Der Zug verkehrt noch bis September. Auch Fragen der Finanzierung des zukünftigen Schienenverkehrs wurden auf der Konferenz angesprochen. Der Bund hätte Unterstützung signalisiert, sagte Susanne Henckel. Fahrplan und Baumaßnahmen der kommenden Jahre waren ebenfalls Themen der Konferenz. „Es gibt keine grundsätzlichen Veränderungen“, sagte Dill. Der RE1 fährt weiterhin nur bis Frankfurt. Bis Eisenhüttenstadt wird gependelt. Ab August 2016 soll dort ein elektronisches Stellwerk in Betrieb genommen werden. Die Anschlüsse der Pendelfahrten verbessern sich dann. An der Strecke Berlin Ostbahnhof-Erkner wird nach wie vor gebaut. Der Verkehrsknoten Bahnhof Ostkreuz soll erst 2018 fertig sein. Henckel will in Zukunft Verspätungen und Fahrplanveränderungen verstärkt übers Internet anzeigen lassen.