Frankfurt/Oder (eb/gla). Der Senat der Stiftung Europa-Universität hat die Politikwissenschaftlerin Professor Dr. Julia von Blumenthal zur Präsidentin der Viadrina gewählt.

Professor Dr. Julia von Blumenthal war die einzige Kandidatin. Ihre Ernennung und Amtsübergabe erfolgen voraussichtlich zu Beginn des Wintersemesters Anfang Oktober 2018.
„Die Zukunft der Viadrina als Präsidentin gemeinsam mit den vielen Akteuren, die sich mit so viel Engagement für die Universität und ihre Verankerung in der Stadt einsetzen, gestalten zu können, ist mir wichtiges Anliegen und Ehre zugleich“, teilt Professor Dr. Julia von Blumenthal mit. „Erste Begegnungen mit Studierenden, mit Mitarbeitenden, Lehrenden und Forschenden an der Viadrina bestärken mich, die Europa-Universität – gerade in diesen für Europa und die deutsch-polnischen Beziehungen so herausfordernden Zeiten – als zentralen Ort des gemeinsamen Lernens und Nachdenkens über Europa zu stärken. Wo wenn nicht hier, könnte die Idee europäischer Universitäten, die der französische Präsident Macron kürzlich formuliert hat, so Wirklichkeit werden, dass davon eine Erneuerung des europäischen Gedankens und seiner Verkörperung in den europäischen Institutionen ausgehen kann?“
Professor Dr. Stephan Kudert, zurzeit geschäftsführender Präsident der Europa-Universität sagte: „Die Gespräche, die ich bislang mit Frau von Blumenthal geführt habe, geben mir, ebenso wie ihre beeindruckende Vita, die Gewissheit, dass die Universitätsleitung genau in die richtigen Hände gelegt wird.“  
Von Blumenthal ist seit 2009 Professorin für Innenpolitik der Bundesrepublik Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2014 leitet sie als Dekanin die dortige Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät. Nach dem Magisterstudium der Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Jura und Slawistik in Heidelberg und Hamburg wurde von Blumenthal 2001 mit einer Arbeit über Amtsträger in der Parteiendemokratie promoviert. 2007 habilitierte sie sich an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg mit einer Studie über die Gesetzgebung der Bundesländer zum Tragen des Kopftuchs in der Schule. Nach Stationen in Canberra, Lüneburg und Gießen wurde sie an die Humboldt-Universität berufen. Als Politikwissenschaftlerin beschäftigt sie sich mit Fragen des Föderalismus, mit Parlamenten und der institutionellen Integration muslimischer Religionsgemeinschaften in Deutschland. Zuletzt hat sie eine Studie über das Engagement deutscher Hochschulen für Flüchtlinge veröffentlicht. Seit 2010 nimmt von Blumenthal Leitungsaufgaben in der Akademischen Selbstverwaltung zunächst als Studiendekanin und seit 2012 als Dekanin wahr.