Frankfurt/Oder (gla). Seit Dienstag ist in der Wandelhalle im zweiten Stock des Rathauses eine Ausstellung über Rabbiner in Frankfurt zu sehen.

Zur Eröffnung würdigten Beigeordneter Markus Derling und Larissa Bargtel, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Frankfurt (Oder) den historischen Beitrag der Rabbiner zum Stadtleben.
Nachdem zwei Schülerinnen der Musikschule den musikalischen Auftakt gaben, sprach Markus Derling zu den Gästen. Die Wandelhalle sei zwar „von der Akustik kompliziert“, aber für Ausstellungen bestens geeignet. Die Derzeitige war vorher seit Juni 2016 in den jüdischen Gemeinderäumen der Halben Stadt zu sehen. Sie soll helfen, jüdisches Leben in der Stadt lebendig zu machen. Es ginge zwar zuallererst darum, Persönlichkeiten kennenzulernen, Rabbiner, die die Geschichte der Stadt geprägt haben. Aber es sei auch „wichtig, dass das jüdische Leben uns näher gebracht wurde“.
Die Geistlichen, die in der Ausstellung vorgestellt werden, hatten von 1800 bis 1912 in Frankfurt gewirkt. In diesem Zeitraum wurde das Zusammenleben der verschiedenen Religionen in der Oderstadt immer enger. So war die Universität Viadrina eine der ersten in Deutschland, zu denen Juden Zugang hatten. Dort gab es auch die erste rechtskräftige Promotion eines Juden, und der erste vollständige Talmud Deutschlands wurde in Frankfurt gedruckt. Eine völlige Gleichstellung gab es allerdings erst seit 1850 mit der neuen preußischen Verfassung, sagte Derling. Während des Naziregimes wurde die jüdische Kommune in Frankfurt ausgelöscht. 1998 begann die Rückkehr und Zuwanderung jüdischer Bürgerinnen und Bürger.
Hauptquellen der Ausstellung „Rabbiner in Frankfurt (Oder) - Geachtet und Geschätzt“ waren das „Biographische Handbuch der Rabbiner“, herausgegeben von Michael Brocke und Julius Carlebach, und die Erinnerungen von Käthe Mende an Frankfurt am Ende des 19. Jahrhunderts.