Frankfurt/Oder (gla). Am Helenesee übten Rettungskräfte aus Frankfurt, Oder-Spree und Märkisch-Oderland für den Katastrophenfall.

Die ersten Einsatzfahrzeuge rückten schon um 6 Uhr morgens aus. Nacheinander trafen sie aus Frankfurt (Oder) und den dazugehörigen Ortsteilen, aus dem Amt Brieskow-Finkenheerd und dem Raum Seelow am Helenesee ein. Dort stieg bereits Rauch in der Nähe des Wassersportzentrums auf, und Menschen riefen um Hilfe. Bei der fiktiven Katastrophe handelte es sich um einen Bühnenbrand während des Helene Beach Festivals. Amateurdarsteller des Roten Kreuzes spielten die Opfer, komplett mit Theaterblut. Manche simulierten auch potenzielle Störfaktoren, zum Beispiel eine Internet-Influencerin, die lautstark ihr Mobiltelefon forderte, und einen penetranten Journalisten, der die Rettungskräfte bei der Arbeit behinderte. Einige der jugendlichen Schauspieler flohen vom Unglücksort, und mussten von Rettern eingeholt und zurückgebracht werden. Das binde zwar Einsatzkräfte, sei aber besser, als eventuell unter Schock stehende Menschen später suchen zu müssen, erklärte Helmut Otto, der Frankfurter Amtsleiter für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen. „Im Ernstfall muss man sich auf wesentlich mehr Komplikationen einrichten“, weiß der Amtsleiter.
Ungeachtet all dieser Ablenkungen und der Schreie der Opfer mussten die Leute der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes und Rettungsdiensts, der Notfallseelsorge, der Johanniter, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Sanitäter, Notärzte und andere für eine schnelle Löschung des Feuers und Versorgung der Verletzten sorgen.
Erschwerend kam das für die Jahreszeit recht kalte Wetter hinzu. Obendrein konnte der Ort der simulierten Katastrophe nur durch den Haupteingang des eingezäunten Naherholungsgebiets erreicht werden. Im Ernstfall würde es aber höchstens eine Minute dauern, den Stahlzaun mit Bolzenschneidern zu öffnen, versichert Helmut Otto. Ein größeres Hindernis wären beim echten Helene Beach Festival die vielen Fahrzeuge und VIP-Zelte. Deshalb gilt es, bei derartigen Großveranstaltungen regelmäßig zu überprüfen, ob Flucht- und Zufahrtswege freigehalten werden.
Nach ungefähr drei Stunden gelang es, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Das Feuer war gelöscht, Verletzte medizinisch versorgt und abtransportiert, unter Schock Stehende beruhigt, die Influencerin hatte ihr Handy wieder und der Journalist, inzwischen mit einer Weste mit der Aufschrift „Presse“ ausgestattet, konnte dazu bewegt werden, hinter einer roten Linie zu warten. Mit Blaulicht ging es zurück zur Feuerwache, um den Einsatz auszuwerten und sich bei einer heißen Suppe aufzuwärmen.