Frankfurt/Oder (eb/daf). Die Leopoldmedaille des Rotary Clubs wurde in diesem Jahr an Eckard Reiß für seine Verdienste um den jüdischen Friedhof verliehen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Konzertpianisten Christian Seibert, ehe Rotary Club-Präsident Uwe Demmler die Gäste im Logensaal des Logenhauses der Europa-Universität Viadrina begrüßte. Er bedankte sich bei der Universität „für die Bereitstellung des Logensaales”.
Die Laudatio auf den diesjährigen Preisträger hielt Christoph Bruckhoff, Pfarrer und Superintendent im Ruhestand. Er betonte dabei, dass es Eckard Reiß’ Bestreben war, sein Wissen der Öffentlichkeit weiterzugeben, indem er Vorträge hielt oder Schülern das Thema nahe brachte.
Während der Ehrung bekam auch der Preisträger selbst die Möglichkeit, einige Worte zu sagen. Diese untermalte er mit einem Lichtbildvortrag. Reiß selbst blieb bescheiden und dankte den Experten, mit denen er im Laufe der Jahre zusammenarbeitete und die ihn fachlich unterstützten. „Friedhöfe sind Orte der Trauer, Erinnerung, aber auch offene Geschichtsbücher”, beschrieb er seine Definition vom Friedhof.
Verdienste, die dafür sprachen ihm diese Auszeichnung zu übergeben, sind neben dem Engagement für den jüdischen Friedhof der Stadt, die genaue Ortung des Teomin-Grabes oder das Begleiten der Rabbiner in der Phase der Wiederherstellung von drei Gräbern.
Die Medaille erinnert an den preußischen Offizier Leopold von Braunschweig, der am 27. April 1785 bei dem Versuch, vom Oderhochwasser eingeschlossene Menschen zu retten, selbst tragisch ums Leben kam. Prinz Leopold hatte unter anderem eine Schule für arme Soldatenkinder - das heutige Kleist-Museum - bauen lassen.