Eisenhüttenstadt (hn). Staunende Augen und viele Fragen hatten die Schüler der vierten bis sechsten Klassen der Goethe-Grundschule in der Fürstenberger Feuerwache.

Der Traditions- und Feuerwehrverein Fürstenberg (Oder) hatte gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, um den Schülern die Faszination moderner Feuerlöschtechnik nahe zu bringen. „Die Jugendfeuerwehren haben generell Probleme mit dem Nachwuchs”, erzählte Vereinsvorsitzender Bernd Wilsky. So haben sie sich zusammen gesetzt und überlegt, wie sie Kinder für die Feuerwehr interessieren können. Mit Schulleiterin Simona Schmöche, bei der Bernd Wilsky und Jugendwart Kurt Wilgallis die sprichwörtlichen offenen Türen einrannten, konnte schnell eine Einigung erzielt werden, so dass der Realisierung der Idee nichts im Wege stand.
Damit bekamen 110 Kinder die Möglichkeit, in jeweils drei Gruppen je Klassenstufe zu erfahren, was eigentlich in so einem Feuerwehrauto drin ist, was die Jugendfeuerwehr so alles macht und wie sie sich verhalten sollen, wenn es brennt. „Wenn zwei oder drei der Kinder sich dann entschließen, bei uns mitzumachen, haben wir schon etwas erreicht”, so Wilsky.  
Während sich jeweils eine Gruppe an den Autos und in den Räumen der Jugendfeuerwehr umsah, gab es für die anderen im Schulungsraum ein bisschen Theorie, denn das richtige Verhalten beim Ausbruch oder Erkennen eines Brandes hilft, Leben zu retten - Menschen und Haustiere auf die Straße bringen, Nachbarn alarmieren und die Feuerwehr anrufen sowie die 5W bereit halten sind in dieser Situation notwendig. Die 5W sind: wo bin ich, was ist passiert, wie viele Verletzte gibt es, welche Arten der Verletzungen gibt es und ich warte bis Feuerwehr und Rettungsdienst ankommen.
Begeistert von diesem Ausflug zur Feuerwehr zeigte sich Chantal Schulz aus der Klasse 5a. „Wir haben gelernt, wie man ein Feuer löscht, wie man dann noch anderen helfen und ihnen das auch beibringen kann”, erinnert sich die Zehnjährige. Für sie ist klar, dass sie mitmachen will, weil Feuerwehr etwas ganz tolles ist. Fehlt also nur noch die Zustimmung von Mama und Papa. Auch Tim Mai hat an diesem „relativ interessanten Job” Gefallen gefunden. Der Zehnjährige war schon mal zugucken, begeistert sich für Technik und fand die Präsentation der Autos und Werkzeuge am spannendsten.
Während die Kinder die verschiedenen Stationen absolvierten, bereitete Andrea Feist für alle ein süßes Frühstück vor: Pfannkuchen und Brause, zur Verfügung gestellt von Marktkauf Eisenhüttenstadt.
„Wir haben in Eisenhüttenstadt rund 40 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr”, sagte Jugendwart  Kurt Wilgallis. Nun gehen einige in die Einsatzabteilung über, so dass wieder Plätze für neue Interessenten frei werden. In der Jugendarbeit werde großer Wert auf Kameradschaft gelegt, die Kinder lernen, was sie als Erwachsene können müssen und werden nach und nach an die Einsatzarbeit heran geführt. Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren erhalten in der Jugendfeuerwehr ihre erste Ausbildung, ab 16 geht es in der Einsatzabteilung weiter. Einmal im Jahr wird eine 24-stündige einsatznahe Übung organisiert. „Die Eltern der Kinder freuen sich, dass sie in den Reihen der Feuerwehr etwas sinnvolles machen”, so Wigallis. Dem schließt sich Michael Lucko, Jugendwart im Löschzug Innenstadt nur an. Er betreut die zirka zwanzig Kinder in seinem Löschzug und kooperiert eng mit seinem Fürstenberger Kollegen. Auch für ihn sind gute schulische Leistungen, Teamfähigkeit, Höflichkeit und Disziplin Grundvoraussetzungen für die Feuerwehrarbeit, ebenso wie eine gute Erziehung im Elternhaus als Voraussetzung für alles.