Seelow, Neutrebbin (eb/geh). Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums „Am Friedensplatz“ Neutrebbin besuchten kürzlich die Gedenkstätte Seelower Höhen.

„Von den Seelower Höhen aus hat man einen herrlichen Blick auf das Oderbruch, unsere Heimat. Vielen ist gar nicht bewusst, dass hier im Frühjahr 1945 die größte Schlacht des Zweiten Weltkrieges auf deutschem Boden stattfand“, erinnert Sarah-Sophie Teichmann von der Projektgruppe im Neutrebbiner Schulzentrum.
Etwa 900.000 sowjetische Soldaten standen zirka 100.000 deutschen Soldaten in einem erbitterten und grausamen Kampf gegenüber. Sarah-Sophie: „Wir wollten mehr darüber wissen.“ Was macht Krieg mit den Menschen, mit der Landschaft? Diesen Fragen wollten die Mädels und Jungs nachgehen. Zur Seite stand ihnen das Team des Vereins Seelower Zeitreise. „Während einer Führung durch das Gedenkstättengelände erfuhren wir durch Frau Wachsmann und Herrn Voigt auf sehr anschauliche Weise, was sich im April 1945 rund um die Seelower Höhen ereignete.“ Sie öffneten sogar den Panzer auf dem Museumsgelände, so dass die Jugendlichen einsteigen konnten. „Ganz schön eng und beklemmend“, lautet Sarah-Sophies Fazit.
Ein zweiter Projekttag führte die Schüler aus Neutrebbin nach Reitwein. Von dort aus leitete Marschall Schukow den Angriff der 1. Weißrussischen Front. Die Reitweiner Berge waren ein bedeutsamer strategischer Punkt für beide Gegner und deshalb hart umkämpft, bis es den sowjetischen Truppen gelang, dieses Gebiet zu erobern. Wer heute dort spazieren geht, stößt auf viele Senken und Vertiefungen. Diese sind allerdings keines natürlichen Ursprungs. Das waren Bunkeranlagen, Gefechtsstände, Unterstände für Fahrzeuge und Munition sowie Schützengräben. Die gesamten Reitweiner Berge sind davon durchgezogen. „Dank des umfassenden Wissens von Herrn Holland und seiner spannenden Berichte über einzelne Ereignisse haben wir hier Geschichte pur erlebt“, erzählt Sarah-Sophie. Das einzige, was diesen Tag erschwerte, waren die Mücken, die trotz Spray zu Tausenden über die Jugendlichen herfielen. „Als Entschädigung durften wir Kriegsessen probieren. Es gab Knäckebrot aus Kartoffelschalen, Sägespähnebrot und Möhrenmarmelade“, hat sich die Schülerin gemerkt. So gingen zwei ereignisreiche Tage zu Ende, in denen die jungen Leute auch gelernt haben, dass ein Leben, wie wir es heute kennen, keine Selbstverständlichkeit ist. Celine Timmer, Abiturientin des Oberstufenzentrums „Konrad Wachsmann“ in Frankfurt (Oder), unterstützte die Neutrebbiner am dritten Projekttag bei der Vorbereitung der Präsentation ihrer vielen Eindrücke, Erlebnisse, gesammelten Fakten und Emotionen. Sarah-Sophie Teichmann: „Auf diesem Weg möchten wir uns bei Frau Wachsmann, Herr Voigt, Herr Holland und Celine noch einmal ganz herzlich für die tollen Projekttage bedanken.“