Neuzelle (hn). Im Rahmen des deutsch-polnischen Projekts „Der junge Blick auf Altes - Schlösser und Herrenhäuser in Deutschland und Polen” erforschen Schüler des Rahngymnasiums, der katholischen Grundschule Neuzelle, des Europäischen Gymnasiums aus Zielona Góra und der Medienschule Potsdam-Babelsberg die Geschichte historischer herrschaftlicher Bauten diesseits und jenseits der Oder.

Zur Auftaktveranstaltung des gemeinsamen Vorhabens der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Mittelbrandenburgischen Sparkasse und der Sparkasse Oder-Spree übergab Birgit Görsdorf, Leiterin der Sparkassen-Geschäftsstelle Neuzelle einen Scheck zur Förderung des Vorhabens an Dorothee Schmidt-Breitung, Restauratorin und Projektleiterin. Die Ergebnisse sollen im Mai 2018 in Neuzelle vorgestellt werden und dann als Wanderausstellung zu sehen sein.
Landeskonservator Dr. Thomas Drachenberg verwies darauf, dass die Grenzregion an der Oder von einer Jahrhunderte langen gemeinsamen Geschichte geprägt ist. Zeugnisse dafür seien unter anderem bedeutende Schlösser und Herrenhäuser mit ihren Park- und Gutsanlagen. Durch Kriegseinflüsse und nachfolgende Plünderungen kam es zu umfangreichen Zerstörungen. Die Folgestaaten Polen und DDR hatten große Probleme mit dem Erhalt der Bauten. Es kam zu weiteren Zerstörungen und Abrissen. Nun sollen junge Menschen die Möglichkeiten haben, einen neuen, frischen Bezug zum kulturellen Bauerbe zu finden.
Nachdem die Schüler ihre Ideen zur Umsetzung des Projekts erläutert hatten, ergriff Landrat Rolf Lindemann das Wort. Er verwies darauf, dass dieses wichtige Vorhaben als Schulprojekt ausgeführt wird und Schüler dieses als ihr Projekt verstehen. Das Durchdringen der Idee sei ein wichtiger Lernprozess, der neue persönliche Erfahrungen bringt. Mehrmals ist Lindemann in diesem Jahr an Neuzeller Schulen gewesen. Was ihn dabei besonders beeindruckte, war die einzigartige und freundliche Begegnung der Schüler untereinander und mit den Lehrern. Das zeige, dass Schule auch gut funktionieren kann.
Deshalb sehe Lindemann dieses Projekt bei den Beteiligten als gut angesetzt. Der Landrat kritisierte, dass dem Fach Geschichte von Seiten verschiedener Bildungspolitiker die Existenzberechtigung genommen werden soll, indem es in „einem Brei von gesellschaftswissenschaftlichem Allerlei” untergehe. Er wünschte allen Beteiligten viel Erfolg und stellte in Aussicht, dass die Ergebnisse in der Kreisverwaltung ausgestellt werden.