Beeskow (eb/geh). „Unverstellt. Wie Jugendliche Bilder aus der DDR wahrnehmen, deuten und vermitteln” lautete das Motto der Sommerkunstschule 2017, die für interessierte Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule 3 und des Albert-Schweitzer-Gymnasiums im Juli auf der Burg Beeskow stattfand.

Mit Hilfe verschiedenster Methoden näherten sich in vier Workshops die jungen Leute dem Malereibestand des Kunstarchivs Beeskow. Sie setzten sich tanzend, malend, gestaltend und schreibend mit Bildern aus der DDR auseinander. Dabei wurden sie von den Kunsterziehern ihrer Schule, aktiven Künstlern und Mitarbeitern der Burg Beeskow angeleitet und unterstützt. Im Resultat wurde im Tanz dargestellt, was die vier Mädchen dieser Gruppe dem Bild „Diskussion“ von Bruno Griesel entnommen und was sie dabei gefühlt haben. Der Auftritt wurde mit viel Applaus belohnt. „Die Ergebnisse der schreibenden Kunst erzeugten Schmunzeln, Nachdenklichkeit und Erstaunen”, so Ute Tupy, Schulleiterin der Gesamtschule 3. Es sei verblüffend gewesen, zu welchen Gedanken und Ideen unter anderem das Bild „Jugendweihe“, gemalt von Rolf Schubert, angeregt hat.
Die größte Gruppe wandte sich der Malerei des Bestandes zu, in dem sie selbst  dargestellte Motive eines Bildes aufgriff und anhand dessen alle ein eigenes Kunstwerk entstehen ließen. Dabei gaben Werke wie das „Freundschaftstreffen“ von Rainer Herold die Anregung, um neue Bilder auf Leinwänden zu entwickeln und zu gestalten. „Auch hier waren die Ergebnisse erstaunlich, und es ist nur zu wünschen, dass diese Schülerinnen und Schüler sich weiter der Malerei widmen und auf diese Weise kreativ tätig sind”, hofft Ute Tupy.
Im Workshop „Das gezeigte Bild“ ging es um die Frage, was junge Leute von heute aus dem Bestand von damals in einer Ausstellung zeigen würden. Sie wählten die Themen „Freizeit“ und „Mode“, entwarfen zwei verschiedene Ausstellungen im Schuhkarton und kündigten diese mit selbst gestalteten Plakaten an. „Auch hier war die Begeisterung der Schüler in der Arbeit mit den im Bestand vorhandenen Kunstwerken spürbar”, schätzt die Schulleiterin der Gesamtschule ein.
Die Sommerkunstschule, die von der Raiffeisen-Volksbank Oder-Spree, dem Landkreis Oder-Spree und dem Forum Kunstarchiv Beeskow unterstützt wird, ist ein Projekt des Kunstarchivs Beeskow. Das diesjährige konkrete Projekt wurde in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe beider Schulen und durch Mitwirkung von Kristina Geisler, Mitarbeiterin des Kunstarchivs, vorbereitet. Ute Tupy: „Dafür gilt allen ein besonderes Dankeschön”.