Frankfurt/Oder (gla). Seit einem Jahr ist Oberbürgermeister René Wilke im Amt.

Anlässlich dieses Jubiläums lud Frankfurts Stadtoberhaupt zu einer Pressekonferenz im Rathaus ein. Auch alle Beigeordneten und Dezernenten stellten sich den Medienvertretern. Nur Kämmerin Corinna Schubert fehlte, da sie nach einer Operation an der Hand krank geschrieben ist.
Gleich zu Beginn kündigte Wilke an, nicht nur über Erfolge zu reden, sondern auch über das, was nicht erreicht wurde. Er gab zu, „dass die Lücken weit, weit größer sind als das, was wir geschafft haben“. Von seinem bei Amtsantritt vorgestellten 629-Punkte-Plan seien zirka 200 in Arbeit.
Erstmals gibt es einen deutsch-polnischen Veranstaltungskalender, und der Ferienpass ist ab diesem Jahr kostenlos. Die Zuzugskampagne ist jetzt in der zweiten Phase. Das bedeutet die Suche nach Partnern, die das Ganze finanzieren.
Das Verhältnis mit den umliegenden Landkreisen und der Potsdamer Regierung hat sich unter seiner Führung verbessert, findet Wilke. Über eine Teilentschuldung wird weiterhin mit der Landesregierung verhandelt. Wilke hofft nun vor allem auf baldige Genehmigung des Haushalts und neue Fördermöglichkeiten für die Sanierung der Konzerthalle.
Der Erste Beigeordnete und Bürgermeister Claus Junghanns lobte die „sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit untereinander“. Die Verwaltungsspitze sei nicht immer einer Meinung, aber es funktioniere trotzdem gut. Im Zuge der Wirtschaftsförderung wolle er Frankfurt (Oder) zum Produktionsstandort für nachhaltige Technologie, Oberzentrum des Handwerks und Logistikschwerpunkt machen.
Beigeordneter Jens-Marcel Ullrich, der seit über acht Jahren im Amt ist, fühlt sich von der neuen Rathausspitze ernster genommen als früher. Die Wertschätzung für die einzelnen Bereiche habe sich grundsätzlich verbessert. Als größte kommende Herausforderung betrachtet er die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes.
„Die neue Dezernatsstruktur erlaubt, sich neuen Themen zu widmen“, findet Dezernentin Milena Manns. Ihr gefallen vor allem die vielen neuen Formate zur Bürgerbeteiligung und die „Qualität der Social-Media-Arbeit“.
Als weitere Erfolge verkündete Dezernent Jörg Gleisenstein den neuen Bauamtsleiter, dessen Stelle seit 2012 unbesetzt war, und ein eigenständiges Umweltamt. Auch die untere Naturschutzbehörde war lange nicht arbeitsfähig, was Baugenehmigungen erschwerte. Das alte Kino soll voraussichtlich im September erstmals Bürgern zugänglich gemacht werden.