Eisenhüttenstadt (hn). Derzeit weilen sieben Schüler aus der französischen Partnerstadt Drancy im Rahmen des Austauschprogramms mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium in Eisenhüttenstadt.

Zum Auftakt ihres Besuches wurden sie im Rathaus von Bürgermeister Frank Balzer begrüßt. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieser Besuch zum weiteren Zusammenwachsen beider Nationen beiträgt und verwies auf die derzeit schwierige Situation in der  Weltpolitik. Nachdem Balzer den Gästen einen schönen Aufenthalt wünschte, hielt Axel Drieschner, Kurator im Dokumentationszentrum für Alltagskultur der DDR, am Stadtmodell einen Vortrag über Eisenhüttenstadt.
Zuvor hatten die Jugendlichen bereits am Unterricht teilgenommen und einen Empfang bei Schulleiter Roland Görlitz absolviert. „Die Tradition des Schüleraustauschs besteht bereits seit 1991“, sagte Elke Jansen, Fachlehrerin für Bio und Chemie, die zusammen mit Französischlehrerin Sabine Müller die Gäste aus dem Nachbarland betreut. Bei den gegenseitigen Besuchen gehe es darum, die anderen Städte, Mentalitäten und Lebensweisen kennen zu lernen sowie gemeinsam Unterricht und Freizeit zu gestalten. Im Unterschied zu den Eisenhüttenstädtern kommen die französischen Schüler, ausgewählt vom dortigen Partnerschaftskomitee, aus verschiedenen Schulen und müssen für die Reise ihre Ferienzeit zur Verfügung stellen. Die Kommunikation erfolgt in französischer, deutscher und englischer Sprache, und wenn es damit nicht weiter geht, müssen Hände und Füße herhalten. So wird es auch in gastgebenden Familien, die die Schüler während ihres Aufenthaltes beherbergen, gehandhabt.
Natürlich gibt es nach den Besuchen viel zu erzählen, besonders das Essen sei gigantisch, werde in Frankreich abends warm gegessen, machen die Gäste hierzulande Bekanntschaft mit Stulle und Wurst. Ein besonderes Erlebnis sind immer wieder die von den Gasteltern organisierten gemeinsamen Abende, bei denen auch die Kultur nicht zu kurz kommt. „Nach diesen Besuchen kommen die Schüler mit ganz neuen Eindrücken zurück“, so Elke Jansen. Sie seien viel offener und sehen das Leben hierzulande mit ganz anderen Augen. Am 4. April starten die Eisenhüttenstädter Gymnasiasten zum Gegenbesuch nach Drancy, wo sie für sieben Tage in das französische Alltagsleben eintauchen können.